Ein Tropfen auf den heißen Stein.
Augenwischerei ist nach Ansicht des oberpfälzer Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl die Ankündigung des Bayerischen Kultusministeriums, Rektoren an Grund- und Hauptschulen eine einzige weitere Anrechnungsstunde für die schulleiterische Tätigkeit im kommenden Schuljahr zu gewähren: „Da wird lediglich einem Drittel der Grund- und Hauptschulen in Bayern eine kleine Darreichung gewährt, die kaum nenneswerte Entlastung bringt, während der Großteil der Schulen weiterhin mit der Situation konfrontiert ist, dass der Arbeitsaufwand der Schulleitung kaum zu bewältigen ist.“
“Die Schulleiter von fast 1700 Volksschulen im Land, das sind genau zwei Drittel aller Schulen, gehen leer aus, weil die Schülerzahl ihrer Schule unter 300 liegt. Sie sind nach wie vor gezwungen, freiwillig Überstunden zu leisten, um ihrem Arbeitspensum gerecht zu werden. Auch die Rektorinnen und Rektoren, die die zusätzliche Stunde bekommen, werden damit ihren Arbeitsaufwand nicht auf die Regelarbeitszeit beschränken können.“
Die Schulleiter der kleinen Schulen hätten eine Entlastung dringend nötig, da sie oftmals neben ihrer Unterrichtstätigkeit ohne Unterstützung die gesamte Schulleitung bewältigen müssen. Sie seien Manager und Pädagoge in Personalunion, da für sie keine oder nur eine halbe Stelle für Verwaltungsangestellte verfügbar sei, so Strobl: „Damit sind sie doppelt bestraft, weil sie den gesamten Verwaltungsaufwand der Schule und noch dazu die Unterrichtstätigkeit ganz allein bewältigen müssen, von der Ablage bis zum Zeugnisschreiben.“
Ob Aufgaben zur dienstlichen Beurteilung, Schulentwicklung, pädagogische Elternarbeit, Lehrerausfälle, Statistiken, Zeugnisse, Evaluationen, die Aufgabenliste der Schulleiter ist lang und hat in den vergangenen zehn Jahren im Volksschulbereich überproportional zugenommen. Strobl: „Gerade an den Hauptschulen müssen die Schulleiter und Schulleiterinnen mit Problemen umgehen, die an anderen Schularten weitaus weniger anzutreffen sind und sind noch dazu verpflichtet ihre Unterrichtsstunden abzuleisten. Sie haben eine deutlich schwieriger Klientel und dazu noch schwierigere Arbeitsbedingungen.“
Strobl: „Wenn Kultusminister Schneider die hohe Leistung der Rektorinnen und Rektoren in den Volksschulen tatsächlich würdigen möchte, sollte er sie stärker aus der Unterrichtsverplichtung nehmen, ihnen Verwaltungsangestellte zur Verfügung stellen und die Schulleitung zu einem eigenständigen Berufsbild erheben.“
MdL Reinhold Strobl
Bildungsbeauftragter der SPD im Bayerischen Landtag