Rechtsextremisten: „antidemokratisch, militärisch, nationalistisch, rassistisch, antisemitisch, führertreu, gewaltbereit, kollektivistisch, heidnisch“
„Wenn man von Rechtsextremismus spricht denkt man an Hojerswerda und an Großstädte. Das ist falsch – die Rechtsradikalen fangen an sich auf dem flachen Land einzunisten, sich auszubreiten“.
Bei einer Sitzung des SPD-Kreisvorstands im „Vilsthaler Hof“ in Ensdorf konnte Vorsitzender MdL Reinhold Strobl die Neumarkter Kreisvorsitzende Carolin Braun begrüßen, die in ihrem Vortrag engagiert zum Eintreten gegen „den braunen Sumpf“ aufforderte.
„Alleine im Landkreis Neumarkt gibt es vier rechtsextreme Kameradschaften“, berichtete Neumarkts SPD-Kreisvorsitzende Carolin Braun, „die sich jeweils aus 20 bis 30 jungen Leuten zusammensetzen und gut vernetzt sind.“
So werde derzeit ein Treffen in Amberg im Internet angekündigt, das Lokal nicht bekanntgegeben, „nur als Treffpunkt der Bahnhof“. Rechtsextremismus sei als eine Kombination aus „antidemokratisch, militärisch, nationalistisch, rassistisch, antisemitisch, führertreu, gewaltbereit, kollektivistisch aber auch heidnisch“ zu sehen, auch wenn sich dessen Vertreter derzeit den Mantel der Bürgerlichkeit anzögen.
So würde sich in ihrem mit Siegrunen und Wotanbild geschmücktem Internetauftritt die Kameradschaft Altmühltal als patriotischen, nationalen Zusammenschluss junger Leute bezeichnen, die am Fortbestand des Landes interessiert ist. Sie leugneten etwas mit Rechtsradikalismus zu tun zu haben und sähen sich in einer Opferrolle.
Die Kameradschaften würden sich jedoch, ist die im Dietfurter „Aktionsbündnis gegen Rechts“ engagierte Carolin Braun überzeugt, „für die in unserem Raum stark vertretene NPD bei Wahlkämpfen und Infoständen engagieren“. Mit Partys, Konzerten und Feiern rekrutierten sie ihre Klientel, „verwenden Musik als Einstiegsdroge und verteilen die vielkritisierten Schulhof-CD’s“.
Rechtsextreme würden Versammlungs- und Redefreiheit nützen um die Demokratie auszuhebeln, betonte Carolin Braun und rief auf zum „Handeln gegen Rechts“ durch Aufklärungsveranstaltungen, Information „und mit Courage“.
Bürgermeister Richard Gaßner lud anschließend zur Eröffnung der Ausstellung „Gegen Rechts“ der Friedrich-Ebert-Stiftung am 12. November um 18 Uhr im Foyer des Rathauses in Kümmersbruck ein.