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Sozialempfang der SPD in Kloster Ensdorf

Veröffentlicht am 20.06.2008 in Veranstaltungen

„Es ist eine gewaltige Leistung, die Sie erbringen. Anlass Ihnen Dank zu sagen“ betonte MdL Dr. Thomas Beyer, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion beim Sozialempfang im Wittelsbacher Saal. Zahlreiche Ehren- und Hauptamtliche aus Vereinen, Wohlfahrtsverbänden und Selbsthilfegruppen konnte dazu MdL Reinhold Strobl (rechts) begrüßen.

Jeder dritte Bürger Bayerns über 14 Jahre engagiere sich ehrenamtlich, lobte Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl. das Gesamtvolumen der freiwilligen Arbeit betrage 75 Millionen Stunden monatlich und der Wert ehrenamtlichen Engagements jährlich auf 7,2 Milliarden Euro. „Der Sozialstaat, der sich jedoch nicht aus seiner Verantwortung stehlen darf, lebt von Ihrem Engagement, Sie leisten hervorragende Arbeit“ betonte er beim Sozialempfang der SPD-Landtagsfraktion im Wittelsbacher Saal.

Ehren- und Hauptamtliche aus Vereinen, Wohlfahrtsverbänden und Selbsthilfegruppen aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, der Stadt Amberg und dem Landkreis Neumarkt wolle die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag „für ihren Einsatz und ihre hervorragende Arbeit für unsere Gesellschaft würdigen“.

Ohne Ehrenamtliche liefe auch in Ensdorf nichts, fügte SPD-Ortsvorsitzender Werner Scharl an und hob ebenso wie stellvertretender Bürgermeister Karl Roppert das örtliche Engagement für Brauchtum und Kultur hervor.

„Ehrenamtliche sind nicht die Lückenfüller der Nation“ ging Hauptredner MdL Dr. Thomas Beyer, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion in die Vollen. Denen, die Kraft fänden für andere da zu sein, ob im ehren- oder hauptamtlichen Bereich, zu danken sei Anlass für den Empfang „in diesem herrlichen Ambiente“.

Sozialarbeit, hob Beyer, der auch Landesvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Bayern ist, hervor, könne nur dann gelingen, „wenn sie den Menschen erreicht, ihm Zuwendung gibt“. Die Schere zwischen Arm und Reich klaffe immer weiter auseinander, so Beyer. Dass es jedoch Tafeln – „den Helfern möchte ich meine Anerkennung aussprechen“ – geben müsse, dass in Bayern Hunderttausende nicht mehr in der Lage seien sich und ihre Angehörigen zu ernähren, sei eine Schande, „… ein Armutszeugnis für unseren Sozialstaat“.

Wer Vollzeit arbeite müsse von seinem Lohn auch Leben können, brach er eine Lanze für den Mindestlohn, bezeichnete es als eine Schande, „dass 110000 Menschen in Bayern, die Ganztags arbeiten, auf ergänzende Leistungen vom Sozialstaat angewiesen sind“. Chancenungleichheit bei Unternehmen, brachte er es auf den Punkt, werde dadurch vom Staat subventioniert.

Armut in Bayern sei auch in Zahlen zu belegen. So erhielten derzeit fast eine halbe Million Menschen Leistungen nach Hartz IV, 145000 Kinder unter 15 Jahren lebten in ALG II-Bedarfsgemeinschaften und „knapp 800000 überschuldete Privatpersonen, bei denen die zu leistenden monatlichen Gesamtausgaben höher sind als ihren Einnahmen“ gebe es in Bayern.

An den Rentnern gehe der Aufschwung wie an kaum einer anderen Bevökerungsgruppe vorbei. „Wo ist die Berechtigung, dass ein Kind aus einer armen Familie – das sich diese Bedingungen nicht aussuchen kann – sechs Mal schlechtere Chancen hat, ein Gymnasium zu besuchen?“ kritisierte er auch „die zu frühe Auslese mit zehn Jahren, das Sterben der Hauptschulen auf dem flachen Land auch durch die Kahlschlagaktion der CSU 2004“, die den Bildungsbereich neben dem Nahverkehr am stärksten betroffen habe.

„Eine Gesellschaft ohne Solidarität, ohne gleiche Chancen für alle, kann nicht das Ziel sein“, fasste MdL Reinhold Strobl abschließend zusammen, bat zu gemeinsamen Gespräch und Imbiss.

 

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