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Spaenles Flickschusterei

Veröffentlicht am 06.07.2009 in Bildung

Absolut unverständlich sind für den Schnaittenbacher Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl (SPD), die heute von Kultusminister Spaenle offiziell vorgestellten Pläne, mit der so genannten „Mittelschule“ in Bayern der Misere der Schulpolitik zu begegnen. Im Gegenteil. Strobl sieht hier nur wieder einmal bestätigt, dass die wohnortnahe Hauptschule, gerade in den ländlichen Regionen auf der Abschussliste des Kultusministeriums steht.

„Die heute vorgestellten Pläne einer Mittelschule sind nicht nur unausgegoren, sondern verkomplizieren das bayerische Schulsystem nur noch weiter“, so Strobl. „Anstatt das überkommene starre Konzept des dreistufigen Schulsystems mit seiner unsäglichen Auslese der Schülerinnen und Schüler endlich zu reformieren, führen Spaenle und seinen ministeriellen Berater jetzt eine vierte Schulart ein, die der Hauptschule endgültig den Garaus macht.

Der unüberlegte Aktivismus Spaenles bringt hier gar nichts und ich frage mich langsam, ob er eigentlich die regionalen Gegebenheiten in den unterschiedlichen Landesteilen überhaupt kennt. Gerade bei uns sind wir auf wohnortnahe örtliche Schule als Institution angewiesen.

Wir brauchen nicht noch mehr Fahrschüler, die in einige wenige „Mittelschulen“ fahren müssen, während die örtliche Schule leer steht. Da sind auch die Interessen der Kommunen betroffen. Ich frage mich, ob Spaenle da die Zusammenhänge überhaupt kennt“

Durch die für alle Beteiligten unverständlichen Planungsaktivitäten des Kultusministeriums drohe nach der chaotischen Einführung des achtstufigen Gymnasiums in Bayern, mit dem sich Lehrer, Eltern und Schüler bis heute rumschlagen eine Wiederholung dessen, befürchtet Strobl: „Nur diesmal sind die ohnehin gebeutelten Hauptschulen dran!“

„Dabei hat die SPD-Landtagsfraktion wie auch der Bayerische Lehrerinnen und Lehrerverband mit ihren praktikablen Konzepten der Regionalschulen schon vor langer Zeit vernünftige Lösungen auf den Tisch gelegt, die der individuellen Förderung der Schüler und den Gegebenheiten vor Ort Rechnung tragen. Doch solche Reformbemühungen, die eine überschaubare und zukunftsorientierte Bildungspolitik in Bayern begründen könnten, werden vom Kultusminister durch halbherzige Flickschusterei sabotiert“, betont Strobl.

MdL Reinhold Strobl

 

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