„Bei allem Verständnis für das Drängen der Ebermannsdorfer die AS 23 auf der alten Trasse auszubauen“ betonte Kümmersbrucks Bürgermeister Richard Gaßner bei einem Ortstermin der SPD-Kreistagsfraktion, erachte er es als sinnvoll die AS 23 in die geplante Westumgehung über den dazu konzipierten Kreisverkehr einzuleiten.
Durch die Westumgehung werde eine 40-prozentige Verkehrsreduzierung erreicht, für Lengenfeld werde sie sogar 70 Prozent betragen.
„Wir waren immer geduldig“ bescheinigte stellvertretender Bürgermeister Reinhard Jäger allen im Ebermannsdorfer Gemeinderat vertretenen Fraktionen und den Bürgern. Er plädiere mit seinen SPD-Gemeinderatskollegen „für einen Ausbau der AS 23 auf der bisherigen Trasse als sinnvollste Lösung“.
Der schlechte bauliche Zustand, die geringe Fahrbahnbreite bei hoher Fahrzeugfrequentierung mit akuter Gefährdung der Radfahrer sprächen aus seiner Sicht ebenso für einen Ausbau auf der alten Trasse wie wirtschaftliche und ökologische Aspekte.
„Die im südlichen Teil der Gemeinde wohnenden Gemeindebürger fahren bereits jetzt über die Theuerner Straße nach Amberg oder Kümmersbruck“, stellte Jäger klar, ihre Zahl werde nach Anschluss der Westumgehung auf der St 2165 „die hauptsächlichen zur Fahrt zu Grammer, Siemens und Amberg benutzt werden wird“ zunehmen. Die Fahrt zum Einkaufen, zum Arzt, zur Schule nach Kümmersbruck werde nach wie vor auf der Vilstalstraße erfolgen, „die neue Trasse aber wird diesen Weg verlängern“ beklagte er.
Die gegensätzlichen Positionen und Argumente aufnehmen und diskutieren wolle die die SPD-Kreistagsfraktion, so Fraktionssprecher Günther Cermak beim anschließenden Gespräch im Berggasthof. Für die anstehende Bauausschusssitzung des Kreistags, bei dem das Thema behandelt werde, liegen den Ausschussmitgliedern jedoch ein Schreiben der Regierung der Oberpfalz vor „in dem Baudirektor Josef Kreitinger die geplante Verlegung der Kreisstraße AS 23 durch den Landkreis als die verkehrstechnisch bessere Lösung bezeichnet“.
Auch betrachte Kreitinger den Ausbau der alten Trasse im Hinblick auf die zu erwartende Gesamtlösung nur als zeitlich befriste Zwischenlösung „die unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit nicht zuwendungsfähig sei“. Auf Landrat Armin Nentwigs Hinweis auf die Versorgungsfunktion Kümmersbrucks als Unterzentrum betonte Bürgermeister Gaßner: „Wir sind nach wie vor daran interessiert, dass die Bürger des unteres Vilstals die Versorgungsmöglichkeiten in unserer Gemeinde in Anspruch nehmen“.
Andiskutiert wurde anschließend noch den Bau eines Kreisverkehrs bei der Einmündung der Theuerner Straße in die St 2165 „zur Verkehrsberuhigung und -sicherheit“. Den Personalausschussmitgliedern empfahl MdL Reinhold Strobl zu beantragen, die Zahl der Ausbildungsplätze im Landratsamt zu erhöhen „was ich natürlich auch allen anderen kommunalen und Privatunternehmen empfehle“.
Dass der Kreisumlagensatz bei den anstehenden Haushaltsberatungen nicht erhöht werden soll, darüber sind sich die SPD-Kreisräte einig, „auch wenn die durch die parteipolitisch motivierte Nichterhöhungen des Kreisumlagensatzes in den vergangenen Jahren aufgelaufenen Solldefizite in diesem Jahr abgeglichen beziehungsweise abgebaut werden müssen“.