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SPD-Kreistagsfraktion im Gespräch mit Susanne Horn, Vorsitzende des Industrie- und Handelskammer Gremiums Neumarkt

Veröffentlicht am 12.04.2017 in Kreistagsfraktion

Den Unternehmen im Landkreis und in der Stadt Neumarkt gehe es sehr gut, bei den Verantwortlichen herrsche eine hohe Zufriedenheit, fasste Susanne Horn, Vorsitzende des Industrie- und Handelskammer Gremiums Neumarkt zusammen.

Geladen zu einem Informationsgespräch mit der SPD Kreistagsfraktion hatte deren Sprecher Dirk Lippmann, der sich über die rege Diskussion mit Horn erfreut zeigte. Seit fast zwei Jahren steht Horn nun an der Spitze des IHK Gremiums Neumarkt. Aufgrund einer Umfrage bei allen der IHK angehörigen Unternehmen im Landkreis befasse man sich intensiv mit dem Thema Digitalisierung bzw. Breitbandausbau, der Wirtschaftsförderung und der Verkehrsinfrastruktur.

Vor allem die Wirtschaftsförderung sei eminent wichtig, stellte Horn fest, „gute Fachkräfte für ansässige Unternehmen zu gewinnen“, werde zunehmend schwieriger. Da im Landkreis Neumarkt aufgrund der erfreulich niedrigen Arbeitslosenquote Fachkräfte sehr schwer zu bekommen seien, müsse man auch außerhalb der Region nach qualifiziertem Personal suchen. Dabei sei die Region Neumarkt mit all ihren Vorzügen und Vorteilen deutschlandweit leider zu wenig bekannt. Horn stellte fest, dass es nicht ausreiche, nur für die Tourismusregion hier zu werben, sondern für eine attraktive Region, „in der ich auch arbeiten und leben kann.“ Ein eigener Hochschulstandort im Landkreis Neumarkt würde hier viel Gutes bewegen. Neben der zu geringen Bekanntheit sei auch die Situation am heimischen Wohnungsmarkt nicht förderlich. Der stellvertretende Landrat und Berger Bürgermeister Helmut Himmler erklärte, dass in allen Landkreisgemeinden ein Zuzugsdruck in unterschiedlichem Ausmaß herrsche. Die Forderung der heimischen Betriebe an die Kommunen, mehr für den Wohnungsmarkt zu tun, sei mehr als nachvollziehbar.

Um Fachpersonal zu bekommen bzw. zu halten, finde auch bei den hiesigen Unternehmen ein Umdenkprozess für flexiblere Arbeitszeiten statt, führte Horn aus. Lippmann ergänzte, die jungen Frauen hier seien hervorragend qualifiziert, die Kommunen müssten sich vorbereiten, für eine umfassende Betreuung der Kinder Sorge zu tragen, einige Gemeinden seien hier auf einem guten Weg. Die Unternehmen bemühten sich, erklärte Horn, für ihre Arbeitnehmer Möglichkeiten zu schaffen, um sich um ihre älteren Angehörigen kümmern zu können, falls dies erforderlich sei. Firmen, die auch in möglichen Zusammenschlüssen eine betriebliche Tagespflege organisieren könnten, seien dann im Vorteil. Auch Arbeitszeitmodelle für Arbeitnehmer, die aufgrund der Pflege der eigenen Angehörigen für eine gewisse Zeit nicht die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit erbringen können, würden bereits angedacht.

Beim Thema anerkannte Asylbewerber berichtete Horn von unterschiedlichen Erfahrungen aus den Unternehmen in der Stadt und Landkreis Neumarkt. Es sei immer vom Einzelfall abhängig, ob es funktioniere. Vielleicht sei man vor zwei Jahren beim möglichen Potential etwas zu euphorisch gewesen, aber die Unternehmen seien weiterhin bereit, ihre Zeit und Energie zu investieren. Voraussetzung sei aber immer der Wille des anerkannten Asylbewerbers.

Neben dem Fachkräftemangel werde es zunehmend schwieriger, genügend Auszubildende zu bekommen. Dies treffe nicht nur auf IHK-Betriebe zu, ebenso das heimische Handwerk sei davon betroffen. Ein Ansatz, dem zu begegnen, seien sogenannte Ausbildungsscouts, führte Horn aus. Ehemalige Lehrlinge aus dem eigenen Unternehmen, die ihre Ausbildung gerade beendet hätten, absolvierten eine Fortbildung, um den neuen Auszubildenden in einer Art Patenschaft zur Seite zu stehen. Davon könnten beide Seiten profitieren, nicht zuletzt auch das heimische Unternehmen.
Lippmann zeigte sich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der heimischen Industrie. Diese Unternehmen seien ein Garant für den wirtschaftlichen Erfolg in unserer Region.

 

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