Nach der enormen Ausweitung der Fachabteilungen am Klinikum befaßte sich die SPD-Kreistagsfraktion mit dem "Umfeld des Klinikums", das zur zukunftsträchtigen Positionierung beitrage. Sehr erfreut waren die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion über den Baufortschritt der Kindertagesstätte, die zur Jahreswende ihren Betrieb aufnehmen soll.
Es gibt zwar Kostensteigerungen gegenüber den in der Kostenberechnung ermittelten 3,1 Millionen Euro, trotzdem ist das Gemeinschaftsprojekt Klinikum-Landkreis-Stadt Neumarkt solide finanziert. Die neue Tagesstätte für 100 Kinder mit bedarfsgerechten Öffnungszeiten wird vom Staat mit 1,7 Millionen Euro gefördert und Landkreis bzw. Stadt Neumarkt bringen jeweils rund 900 000 Euro in die Finanzierung ein. Für die Sozialdemokraten ist dieses Projekt ein Musterbeispiel moderner Familien- und Arbeitsmarktpolitik, da man nicht zuletzt wegen des hohen Frauenanteils der Beschäftigten am Klinikum dier erforderlichen Arbeitskräfte im medizinischen und Pflegebereich nur noch bekomme, wenn die Kinderbetreuung in Nähe des Arbeitsplatzes gut gelöst sei.
Schulleiter Peter Bernsdorf informierte die Kreistagsfraktion der SPD mit Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger über jährlich 120 bis 130 Bewerbungen für die 36 Ausbildungsplätze an der Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum. Etwa 80 Prozent kämen regelmäßig aus dem Landkreis und die Schule sei in drei Jahrgängen für insgesamt 108 Schülerinnen und Schüler ausgelegt. Der Pflegebedarf des Klinikums Neumarkt mit Parsberg könne derzeit mit den Absolventinnen und Absolventen der Pflegeschule gedeckt werden. Das Wohnheim sei auch in Zukunft unabdingbar erforderlich, da die Schülerinnen und Schüler aus weit von Neumarkt entfernten Orten kämen und es keinen ÖPNV gebe, der die Auszubildenden zum frühen Arbeitsdienst am Klinikum bringen könne.
Bürgermeisterin Carolin Braun merkte an, dass die Pflege am Klinikum ohne die Schülerinnen und Schüler nicht gesichert werden könne und man die Kapazitäten der Krankenpflegeschule erweitern sollte mit je zwei Jahrgangs-Klassen. Dirk Lippmann machte auf den bereits akuten Fachkräftemangel in der Pflege aufmerksam, der sich noch steigern werde. Die großstädtischen Einrichtungen werben bereits intensiv um die Absolventen der Krankenpflegeschulen. Das Klinikum sei einer der größten Ausbildungsunternehmen im Landkreis Neumarkt.
DGB-Kreisvorsitzender Michael Meyer machte deutlich, dass die Absolventen der Berufsfachschule für Krankenpflege grundsätzlich unbefristete Arbeitsverträge erhalten müssen und das in vielen Unternehmen ubliche Verfahren mit befristeten Arbeitsverträgen strikt abzulehnen sei. Eine vernünftige Familienplanung junger Leute sei eben nur bei gesichertem Einkommen mit berechenbarer Lebenssituation möglich.
Zur Zukunftssicherung des Klinikums gehört auch eine attraktive Wohnsituation der auszubildenden zukünftigen Fachkräfte. Mit dem schmalen Ausbildungsentgelt seien - so Verwaltungsrat Erwin Jung - die stark steigenden Mieten nicht bezahlbar. Daher müsse in absehbarer Zeit auch das Wohnheim mit bezahlbaren Mieten für die Schülerinnen und Schüler der Krankenpflegeschule umfassend saniert oder neu gebaut werden.
Fraktionsvorsitzender Helmut Himmler meinte am Ende der Fraktionssitzung, dass das Klinikum mitsamt dem Umfeld trotz der gewaltigen Investitionen mit Ausweitung der Fachabteilungen auch in Zukunft immer "Baustelle" der Weiterentwicklung bleiben werde. Der Landkreis investiere in das Kommunalunternehmen aktuell rund 2,9 Millionen Euro aus dem Kreishaushalt für die Apotheke und die Kindertagesstätte. Die nächsten anzugehenden Projekte seien neben den unmittelbaren Baumaßnahmen am Klinikum die Sanierung bzw. der Neubau des Wohnheims und die Lösung der unbefriedigenden Parkplatzsituation am Klinikum. Diese zwei Ausgaben sollten in einem Gesamtkonzept planerisch vorbereitet und in den kommenden Jahren umgesetzt werden.
Ein leistungsfähiges Klinikum sei eine der wichtigsten Einrichtungen für die Menschen im Landkreis und man müsse sich im Wettbewerb um die Patienten stets mit sehr leistungsfähigen Kliniken der höchsten Versorgungsstufe in Regensburg und im Großraum Nürnberg messen und behaupten.