MdL Reinhold Strobl hatte den Kreisvorstand und interessierte Bürger eingeladen, die Windräder von Bürgerwind Freudenberg bei Witzlricht zu besichtigen. Geschäftsführer Klaus Peter begrüßte die Anwesenden und berichtete, wie man den Bau der 2 Windräder erreichte.
Am höchsten Punkt der Gemeinde Freudenberg wurde durch Windmessung festgestellt, ob der Platz für Windräder geeignet ist, das heißt, ob sie sich auch rechnen.
Nur 750 m vom Ort Witzlricht entfernt, erklärte man sich dort zu einem Flächenpachtvertrag bereit. Wichtig war, dass alle Grundbesitzer im Umfeld der Anlagen an der Pacht beteiligt sind. 1/3 der Pacht erhalten die Grundstücksbesitzer, auf deren Grund die Anlagen stehen, 2/3 der Pacht werden auf die umliegenden Grundstücksbesitzer aufgeteilt.
Auch bei der Finanzierung der Anlagen achtete man darauf, möglichst vielen Bürgern eine Beteiligung zu ermöglichen, indem man in 5000 €-Schritten das nötige Geld einsammelte. Das heißt, zuerst erhielten diejenigen Anteile, die „nur” 5000 € einsetzen konnten oder wollten. In einer zweiten Runde kamen dann die zum Zuge, die 10 000 € einbrachten, usw. 30% der Gesamtkosten von 7,5 Mio € wurden so eingesammelt. Eon und die Stadtwerke Amberg beteiligten sich mit jeweils 10% der Kosten.
Mit 50% Eigenkapital ist Bürgerwind Freudenberg gut aufgestellt.
Ein Windrad produziert 4 – 4 ½ Mio Kilowattstunden Strom pro Jahr. Für 1 Kilowattstunde erhält Bürgerwind 9,5 Cent.
21 Betonringe und an der Spitze 2 Stahlsegmente bilden den 140 m hohen Turm mit einem Gewicht von 2800 t. Um bei winterlicher Kälte die Eisbildung möglichst zu verhindern, sind die Rotoren beheizbar. Trotzdem kann es Eisfall geben, wie das auch bei den Strommasten der Fall ist.
Die Haftpflichtversicherung für ein Windrad betrage aber nur 52 € pro Jahr, kein Atomkraftwerk habe eine Haftpflichtversicherung, weil kein Unternehmen der Branche dazu bereit ist, ein doch angeblich so sicheres Atomkraftwerk zu versichern.
Um die Energiewende zu schaffen sind aber noch enorme Anstrengungen nötig. Offshore-Anlagen sind genauso nötig wie der Bau von Energiespeichern in Form von Wasserkraft, ein großes Potential liegt auch in der Effizienzsteigerung elektrischer Geräte und Anlagen.
Bericht und Bild:
Ursula Fuchs