„Die von der großen Koalition beschlossenen Änderungen der Pendlerpauschale benachteiligen Pendler aus dem ländlichen Raum“, stellte SPD-Kreisvorsitzender MdL Reinhold Strobl bei einer Sitzung des geschäfts-
führenden SPD-Kreisvorstandes Amberg-Sulzbach in Schnaittenbach fest.
Der Kreisverband unterstütze in diesem Punkt die bayerischen SPD-Bundes-
tagsabgeordneten Marianne Schieder und Florian Pronold, welche sich für eine Änderung der beschlossenen Regelungen einsetzen. Als geradezu scheinheilig müsse man die Kampagne des CSU-Kreisverbandes Amberg-Sulzbach dazu bezeichnen, betonte Bürgermeister und Bezirksrat Richard Gaßner.
Die Kürzung der Pendlerpauschale seien sei schließlich von CDU/CSU und nicht von der SPD vorgeschlagen worden. „Sie wurde dann von der großen Koalition in Berlin gegen Widerstände aus der SPD-Fraktion beschlossen“, sagte Gaßner, „also nicht von der SPD allein“. Bezeichnend sei in diesem Zusammenhang auch das Abstimmungsverhalten der regionalen Abgeordneten, stellte der SPD-Kreisvorstand fest.
MdB Marianne Schieder habe gegen die Neuregelung gekämpft und im Bundestag auch dagegen gestimmt, so stellvertretender Kreisvorsitzender Christian Beyer. Dieses Stehvermögen hätte er auch von anderen Abgeordneten aus der Region erwartet. Stellvertretender Kreisvorsitzender Hans-Jürgen Haas erinnerte daran, dass eine von der Rot-Grünen Bundesregierung beabsichtigte Neuregelung der Pendlerpauschale, bei der diese einheitlich auf 15 Cent je Kilometer gekürzt worden wäre, von den Ministerpräsidenten der Union abgelehnt worden sei. Erst im Bundestags-
wahlkampf 2005 sei das Thema von der Union wieder entdeckt worden.
In diesem Zusammenhang, so Haas, müsse an Aussagen des Thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus erinnert werden, der sogar eine Abschaffung der Pendlerpauschale ins Gespräch gebracht habe. „Gerade in Ostdeutschland ist es wichtig, den regionalen Arbeitsmarkt zu unterstützen und zu vermeiden, dass die Menschen zur Arbeit in den Westen führen“ zitierte Hans-Jürgen Haas Ministerpräsident Dieter Althaus. "Ich habe berechtigte Zweifel", fügte Christian Beyer an, „dass die beschlossene Neuregelung mit dem Grundgesetz vereinbar ist“.
Die beschlossene Regelung führt zu einer Ungleichbehandlung von Pendlern, da die Kilometerpauschale nicht für die gesamte Fahrstrecke, sondern erst ab dem 21 Kilometer gewährt werde. Dies stelle nach seiner Meinung einen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz dar. In jedem Falle benachteilige die jetzige Regelung Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus ländlichen Gebieten, denen sich keine andere Möglichkeit böte als zu ihren Arbeitsstellen zu pendeln. „Für diese Flexibilität, die von Arbeitnehmern und ihren Verbandsvertretern immer lauthals gefordert wird, werden die Menschen besonders im ländlichen Raum auch noch bestraft“, so der SPD-Kreisvorsitzende MdL Reinhold Strobl abschließend.