Neulich im Supermarkt: 3 Päckchen Kaffee gleiten in meinen Einkaufskorb – Routineblick aufs Preisschild, "Eigenartig" dachte ich mir, "früher zahlte man den selben Preis für fast 5 Päckchen". Vielleicht ist das auch nur Einbildung, oder aber der Stoff den ich zum Arbeiten brauche, ich aber laut Finanzamt trotzdem nicht als Werbungskosten bei der Steuererklärung absetzen darf , wird immer teuerer.
Auch das Brot, das Bier und der Reis werden immer teuerer!
Ja daran, erklärte mir ein Stammtischbruder jüngst, seien die Chinesen und die Inder schuld, die einen „Saufen uns des Bier weg“ die anderen „fressn uns des Brot weg“ das läge angeblich daran das „die Chinesn und Inder zu vü san“
Er fuhr mit einem widerlich politisch mehr als unkorrekten "Trinkspruch" fort (welchen ich etwas abschwäche): „Lieber Gott ich Danke dir, dass die Menschen in Afrika hungern und nicht wir!“ (rassistisch ist er immer noch.)
„Soso“ dachte ich mir.
Insgesamt sah das alles nach einem spannenden Thema aus, also zog ich los um mich zu informieren.
Der Stammtischbruder äußerte nur das, was einem die Massenmedien Tag ein Tag aus weis machen wollen.
Beim genaueren Lesen stieß ich jedoch auf folgende Tatsachen die klarmachen, dass das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsstaaten und die Missernten nur einen kleinen Beitrag zur allgemeinen Preissteigerung leisten.
Der Handel mit Rohstoffen hat ein Volumen von mehreren Hundert Milliarden Euro, 2% der Termingeschäfte mit Rohstoffen haben etwas mit dem realen Austausch von Gütern zu tun.
98% ist Spekulation!!
Ein einziger Hedgefonds kaufte jüngst 7% der Weltkakaoernte auf und trieb den Preis auf den höchsten Stand seit 33 Jahren.
Fondsgesellschaften und Banken sitzen auf riesigen Getreidebergen und Flotten von Öltankern in der Hoffnung das der Preis zwischen An- und Verkauf kräftig steigt, während die eine Hälfte der Welt nach Energie lechzt und die andere Hälfte der Welt aus Mangel an Getreide verhungert.
Kinder, Männer, Frauen, junge und alte Menschen verhungern, nicht weil nichts zu essen da ist, sie verhungern wegen der Gier der Banker, Zocker und Spekulanten.
Auf dieser Welt hungern rund eine Milliarde Menschen also, weil ihre Nahrung in den Lagerhäusern vergammelt weil der Preis den Moneymakern noch zu niedrig ist.
Der „Trinkspruch“ müsste korrekt also heißen:
„Lieber Spekulant ich danke dir, das die Menschen in Afrika hungern und nicht wir“
aber erklär das mal einem Stammtischbruder...
Früher spekulierten die sogenannten Moneymaker mit den Immobilienkrediten armer Schlucker und brachten die Weltwirtschaft an den Rand des Abgrunds, heute spekulieren sie mit Nahrungsmitteln und damit mit Menschenleben.
Die Spekulationswelle ist noch nicht auf dem Höhepunkt, ihr gehört ein Riegel vorgeschoben bevor sie – diesmal – die ganze Menschheit an den Abgrund führt.
US-Präsident Obama hat mit seiner Finanzmarktreform einen zaghaften Schritt in die richtige Richtung getan, die EU-Staaten müssen jetzt entschlossener nachziehen.
Ich hoffe die Staats- und Regierungschefs unseres Kontinents sind sich im klaren darüber, dass es diesmal nicht um Banken sondern um Menschenleben geht!
Angesichts des „Trinkspruches“ werde ich in einem meiner nächsten Kommentare Rassismus im Alltag behandeln.