Die Kinder und das Kindergartenpersonal freuten sich über die Sach- und Geldspenden. Hintere Reihe von links nach rechts: Agnes Strobl, Silke Herbst, MdL Reinhold Strobl, MdB Marianne Schieder, Katrin LückInterkulturelle Erziehung im BRK-Kindergarten St. Barbara in Vilseck
Im BRK-Kindergarten St. Barbara in Vilseck/Sorghof wird die interkulturelle Erziehung groß geschrieben und seit Jahren Englisch als zweite Sprache in der täglichen Arbeit erfolgreich angewandt. Davon konnten sich am vergangenen Montag MdB Marianne Schieder und MdL Reinhold Strobl selbst ein Bild machen. MdB Schieder hatte den Besuch anlässlich der „Aktion Rollentausch“ versprochen, überreichte eine Geldspende und brachte für die Mädchen und Buben Spielzeug mit.
Seit neun Jahren gibt es das Projekt bereits. Da auch Kinder von den amerikanischen Soldatenfamilien aufgenommen werden, werde im freien Spiel und bei den gezielten Aktivitäten auch viel in Englisch mit den Kindern gesprochen.
Es werden extra Sprachkurse vom Kindergartenpersonal angeboten: Englisch für die deutschen Kinder und deutsch für die amerikanischen Kinder. Die bisherigen Erfahrungen seien durchweg positiv gewesen, berichtete Kindergartenleiterin Agnes Strobl.
Viele Befürchtungen im Zusammenhang mit dem frühen Fremdsprachenunterricht seien unbegründet gewesen. Vielmehr habe sich herausgestellt, dass die Kinder Freude daran entwickeln, eine andere Sprache spielerisch zu erlernen. So werden bei öffentlichen Feiern, zum Beispiel beim St.-Martinsfest, auch englische Verse gesprochen und Lieder gesungen.
Die Kinder setzten sich durch das Kennen lernen verschiedener Kulturen aus anderen Ländern auch mit der eigenen Herkunft auseinander. Ganz wichtig seien die Kontakte der Eltern untereinander, wozu wöchentliche Treffen im Elterncafe im Personalzimmer des Kindergartens stattfänden.
Durch gegenseitige Besuche, etwa im letzten Sommer in der U.S.Rose Baracks und gemeinsame Freizeitaktivitäten lernten die Kinder früh Aufgeschlossenheit, Liberalität und Toleranz gegenüber Menschen aus anderen Kulturkreisen, so die Leiterin Agnes Strobl.
Kinder lernen Toleranz
Ein wichtiger, nicht zu unterschätzender Aspekt, urteilte MdB Marianne Schieder, die die Zweisprachigkeit von Kindergärten ausdrücklich begrüßte. Mit der Sensibilisierung der Kinder für eine fremde Sprache und Kultur, könne man gar nicht früh genug beginnen. Bereits in Kindergärten sollten Kinder Toleranz und Akzeptanz lernen und die Erfahrung machen, dass sie ernst genommen und anerkannt werden.
"Die Welt wächst zusammen, wir müssen uns stärker öffnen. Kinder in dem Alter sind sehr aufnahmefähig für Sprachen. Frühe Mehrsprachigkeit fördert die gesamte Entwicklung eines Kindes."
MdL Reinhold Strobl zeigte sich vom Konzept des Kindergartens St. Barbara ebenso angetan und lobte die pädagogische Integrationsarbeit der Erzieherinnen.
Partizipationserfahrungen seien ein guter Schutz vor späterer Ausländerfeindlichkeit, dazu gehöre, dass man den Fremden besser kennen lerne, etwa durch Beherrschen der anderen Sprache. "Die Kinder lernen hier spielerisch eine zweite Sprache, die auch ein wichtiger Grundstock für die spätere berufliche Laufbahn sind, sehr schnell und werden so auf das Leben vorbereitet."