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Stiefkind Lehrergesundheit

Veröffentlicht am 25.09.2006 in Presse

Die Gesundheit der bayerischen Lehrer war das Thema eines Gesprächs des Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl mit dem Vorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern, Helmut Oskar Brückner letzte Woche in Pegnitz. Dabei wurde deutlich, dass geeignete Umsetzungsmaßnahmen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz für Lehrkräfte in Bayern vollständig fehlen.

„Fast 90 Prozent der deutschen Lehrerinnen und Lehrer scheiden frühzeitig aus ihrem Beruf aus“, so Strobl. „Dabei sind die häufigsten Erkrankungen psychischer oder psychosomatischer Natur, die ihre Ursache in den Belastungen finden, denen die Lehrer ausgesetzt sind. Das hat nicht nur schwerwiegende finanzielle Konsequenzen für die öffentlichen Haushalte sondern auch soziale und persönliche Konsequenzen für die Betroffenen selbst.“

Als Grund führt Strobl die Überbeanspruchung der Lehrerinnen und Lehrer an, die vor allem durch die Fülle der Arbeitsanforderungen, das Arbeiten gegen den Widerstand von überforderten oder sozial problematischen Jugendlichen, die geringe Anerkennung und nicht zuletzt den chronischen Lehrermangel an Bayerns Schulen entsteht. „Das ist eine Mischung, die auf Dauer krank macht. Hier muss man hinsehen und genau feststellen, wo die Probleme liegen und was für einen vorbeugenden Gesundheitsschutz getan werden muss“, so Strobl.

„Nach Auffassung der bayerischen Staatsregierung sind die bundesgesetzlichen Vorschriften zur Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz durch Bekanntmachungen und Richtlinien, die erlassen wurden bereits umgesetzt“, kritisierte GEW-Chef Brückner, „Dies ist aber völlig daneben und nicht korrekt. Bekanntmachungen ersetzen keinesfalls die gesetzlich verlangte Vorbeugung in Form von Gefährdungsanalysen und der Bereitstellung von Betriebsärzten. Der Freistaat Bayern als Dienstherr ist gegenüber den Arbeitnehmern und Beamten in der rechtlichen Verpflichtung für die Gewährleistung von Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz. Als Arbeitgeber hat er die Fürsorgepflicht und sollte eigentlich auch ein starkes finanzielles Interesse daran haben, dass seine Beschäftigten ihre Gesundheit und Arbeitskraft erhalten.“

Nach Brückners Worten fordert die GEW, eine gesetzliche Regelung in Ausführung und Umsetzung der Bundesgesetzgebung auch in Bayern zu verankern, die eine verbindliche Verpflichtung für die zuständigen staatlichen Organe beinhaltet und Rechtsansprüche der betroffenen Lehrkräfte begründet. „Lehrer sind rechtlich noch immer dem Bürobereich zugeordnet, doch die Belastung und damit die Gesundheitsgefährdung kann nicht mit den Angestellten in einem Büro verglichen werden.“

Reinhold Strobl MdL

 

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