Mangel an Ingenieuren in Bayern gravierend
Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) vom Mai diesen Jahres, haben die Wirtschaftsunternehmen in Bayern mit fast 21 Prozent die stärksten Probleme aller Bundesländer ausgebildete Ingenieure zu rekrutieren. „Ingenieure aller Fachrichtungen werden in Bayern händeringend gesucht“, so der Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl (SPD), der auch Mitglied im Bildungsausschuss des Landtags ist.
"Grund ist, dass im bayerischen Schulsystem technische und naturwissenschaftliche Interessen der Schüler nicht stark genug gefördert werden."
Hinzu kommt, dass die Zahl der Studienabbrecher in diesem Bereich sehr hoch ist. Die Stärkung der wirtschaftlichen Innovationskraft in Bayern muss also über eine Stärkung der schulischen Bildung erfolgen.
Bei den freien Stellen für Ingenieure entfielen auf Bayern mit Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen fast zwei Drittel der bundesweit offenen Stellen. Ohne die starke Migration von Ingenieuren aus anderen Bundesländern wäre, so die Studie, die Situation in Bayern noch erheblich gravierender. Strobl: „Das hat sehr unmittelbare Konsequenzen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, speziell aus der Hoch- und Spitzen-technologie, national wie international. Hier muss bildungspolitisch gehandelt werden.“
Strobl plädiert dafür, dass die Lehrpläne an, den allgemeinbildenden Schulen so angepasst werden, dass auch technisch-naturwissenschaftliche Interessen der Schüler speziell in den letzten Schuljahren stärker gefördert werden.
„Natürlich sind die Fremdsprachen in der heutigen Zeit sehr wichtig und müssen integraler Bestandteil aller Schularten sein, aber die Förderung der Naturwissenschaften darf dabei nicht an den Rand geschoben werden“, meint Strobl: „Die jungen Leute haben einen ganz selbstverständlichen Zugang zur Technik und dieser Anreiz sollte gefördert werden, um den Nachwuchs im Ingenieursbereich zu sichern. Schließlich ist das eine der Kernkompetenzen unserer Wirtschaft.“
Auch müssten mehr Mädchen und junge Frauen dazu motiviert werden, den Ingenieursberuf zu ergreifen. Strobl: „Der Anteil von Frauen in diesem Bereich ist noch immer viel zu gering, obwohl sie sehr wohl die Befähigung dazu hätten. Auch hier ist die schulische Förderung gefragt, um das Ingenieurswesen als Männerdomäne aufzubrechen. Sie müssen von der Grundschule an, dazu ermutigt werden, diesen Bereich überhaupt in Erwägung zu ziehen. Es besteht überhaupt kein Grund, warum junge Frauen nicht ebenso von Technik fasziniert sein sollten, wie ihre männlichen Altersgenossen.“