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Ungerechtigkeit immer noch groß

Veröffentlicht am 09.03.2010 in Arbeitsgemeinschaften

Internationaler Frauentag mit Marianne Schieder: Viel geleistet und doch noch viel zu tun
"Auf dem Weg zur echten Gleichstellung haben wir bereits einiges erreicht!"
Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Gerd Geismann fand wieder die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag im Rathaus statt. Hauptrednerin MdB Marianne Schieder (SPD) mahnte nach wie vor bestehende Benachteiligungen für Frauen an, etwa im Berufsleben. Neben den Reden wurde ein Rahmenprogramm aus Musik und Tanz geboten.

"Was für Frauen heute selbstverständlich ist, haben unsere Mütter, Großmütter und Urgroßmütter erstritten". Mit diesen Worten erinnerte Marianne Schieder an das Geleistete mehrerer Generationen auf dem Weg zur Gleichstellung von Frau und Mann.
Als Beispiele nannte sie unter anderem das aktive und passive Wahlrecht und das Recht auf Erwerbstätigkeit. Bis 1957 konnte der Ehemann beispielsweise das Arbeitsverhältnis seiner Frau ohne Grund in Eigenregie kündigen.

Nach wie vor ungleich

Trotz vieler Verbesserungen bis zum heutigen Zeitpunkt, was die Situation der Frau anbelangt, mahnte Schieder jedoch auch immer noch bestehende Ungerechtigkeiten an. Frau und Mann seien auch in Deutschland nach wie vor nicht zu 100 Prozent gleichberechtigt.Schieder forderte als Verbesserung unter anderem einen gesetzlichen Mindestlohn und eine spürbare Verbesserung auf dem Sektor der Kinderbetreuungseinrichtungen. Erwerbstätigkeit und Familie müssen parallel ermöglicht werden. Gleichzeitig jedoch dürfe man jene Frauen, die Kinder oder Angehörige pflegen, nicht vergessen. Diese seien als Rentnerinnen deutlich benachteiligt, da man ihnen das Geleistete nicht anrechne.

Auch in der Finanzkrise seien vor allem Frauen die größten Verlierer gewesen. Diese sind überdurchschnittlich oft im Niedriglohnbereich, unfreiwilliger Teilzeitarbeit, Minijobs oder als Leiharbeiterinnen beschäftigt. Eben jene Arbeitsplätze seien durch die Finanz- und Wirtschaftskrise in hohem Maße vernichtet worden.

Auf das Einkommen der Frauen seien jedoch ganze Familien angewiesen, die nun in finanzielle Nöte geraten. Deshalb müsse man zum Frauentag auch gerade jetzt an den Forderungen hin zur Gleichstellung festhalten.

Schieder forderte Gleichstellung in allen Lebensbereichen, von der Karriereleiter bis zur Rente: "Frauen haltet Kurs, sorgen wir dafür, dass wir mehr Verantwortung bekommen", schwor sie ihre Zuhörerinnen ein.

Die Begrüßung übernahm Renate Dümmler, Vorsitzende der SPD-Frauen (ASF) in Sulzbach-Rosenberg. Dümmler dankte für das rege Interesse an der Veranstaltung und freute sich vor allem über zahlreiche männliche Prominenz aus Politik, Vereinen und Kirchen.

Als Veranstalter trat der Verein Kulturhaus Sulzbach-Rosenberg auf, ein ortsansässiger Verein, dessen Ziel es ist, Integration durch Kultur, Begegnung und Sport zu schaffen. Insgesamt kann der Internationale Frauentag 2010 als achtsamer Erfolg verbucht werden.

Neben den Rednerinnen und der Begrüßung durch den Bürgermeister gab es noch viel Rahmenprogramm. Geboten waren Musikstücke sowie Auftritte der Kindertanzgruppe Sonnenschein und des Kalinka-Chors. Im Anschluss wurde noch ins Foyer des Rathaussaals eingeladen.


Es besteht Handlungsbedarf

Frauen verdienten im Berufsleben durchschnittlich bis zu 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Unter den Führungspositionen nehmen sie trotz höherer Qualifizierung nur einen mageren Anteil von 1,3 Prozent ein. In den USA habe man zum Vergleich bereits eine Quote von 20 Prozent erreicht. Diese Unterschiede würden vor allem in Deutschland Handlungsbedarf anzeigen.

Artikel von Phillip Rösel

 

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