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Unwürdiges Spiel der CSU

Veröffentlicht am 20.05.2016 in Landespolitik
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Die CSU treibt ein unwürdiges Spiel auf Kosten der Einsatzkräfte der organisierten Ersten Hilfe und anderer ehrenamtlicher Helfer! 

Der Reihe nach: Die Landtags-SPD hatte bereits am 17. März 2015 (Drs. 17/5792) einen Antrag in den Landtag eingebracht, mit dem die Staatsregierung aufgefordert werden sollte, einen Gesetzentwurf zur Rettungshelfergleichstellung vorzulegen. Dieser Antrag wurde von der CSU-Mehrheit mit der Begründung abgelehnt, dass die von den Integrierten Leitstellen alarmierten Kräfte gemäß § 44 Abs. 1 der Ausführungsverordnung zum Rettungsdienstgesetz ja bereits freigestellt würden.

Der SPD – Fraktion ging es jedoch auch um die Freistellung solcher Kräfte, die zum Einsatz kommen ohne von den Intergrierten Leitstellen alarmiert worden zu sein. Ihr ging es auch darum, dass die Freistellung von Rettungshelfern nicht von der Entscheidung der jeweiligen Disponenten der Integrierten Leitstellen abhängig sein sollte.

Nachdem ein Jahr lang nicht geschah, hat die SPD-Fraktion Anfang April sodann einen Dringlichkeitsantrag (Drs. 17/10772) eingebracht, mit dem die Staatsregierung aufgefordert werden sollte, dem Ausschuss für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport einen Bericht über die Anzahl und die Höhe der Erstattungen für Freistellungen nach dem Rettungsdienstgesetz aufgrund der gegenwärtigen Gesetzeslage vorzulegen. Des Weiteren sollte die Staatsregierung über die zu erwartenden finanziellen Auswirkungen der Einführung der von der SPD schon im vergangenen Jahr geforderten Ausweitung der Freistellungs-, Entgeltfortzahlungs- und Erstattungsansprüche auf die bislang nicht berück- sichtigten Einsatzkräfte berichten. Schließlich sollte die Staatsregierung einen Zeitplan für eine Gesetzesvorlage zur Rettungshelferfreistellung mitteilen. Diesem Antrag stimmte die CSU im Ausschuss für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport am 13. April ohne Einschränkung zu. Eine Woche später verlangte die CSU-Mehrheit im Haushaltsausschuss dann plötzlich die Aufnahme eines sog. Haushaltsvorbehaltes in den bereits einstimmig beschlossenen Dringlichkeitsantrag. Dieser Vorbehalt hätte zum einen bedeutet, dass die Rettungshelfergleichstellung von der jeweiligen Haushaltslage abhängig gemacht würde; zum anderen zeigt dieser Vorstoß, dass die CSU nicht bereit ist, für die Rettungshelfergleichstellung tatsächlich mehr Geld auszugeben. Einen solchen Haushaltsvorbehalt hat die SPD selbstverständlich abgelehnt. Pikant ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass nach dem SPD-Antrag die Kosten durch den Bericht der Staatsregierung geklärt hätten werden können. Dies versuchte die CSU mit der Ablehnung des SPD-Antrages in der Haushaltsauschusssitzung zu verhindern.

Interessant ist weiterhin, dass der Vorsitzende des Ausschusses für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport, Dr. Florian Herrmann, in einem internen Schreiben vom 22. April 2016 an die CSU- Landtagsfraktionsmitglieder davon berichtet, dass die Staatsregierung schon einen Gesetzesentwurf vorbereitet habe und dieser eine sehr umfangreiche Ausweitung der Freistellung vorsehe. Dieser Gesetzentwurf solle kurzfristig in den Landtag eingebracht werden. Herrmann schließt mit der Bemerkung, dass der SPD-Antrag „eine parteipolitisch motivierte Inszenierung“ sei, das Thema mit dem gewählten Vorgehen „befriedet“ werde und „die Handschrift der CSU-Landtagsfraktion“ trage.

Wie schon so oft ist die Mehrheitsfraktion nicht bereit, gute und durchdachte Vorschläge der Opposition anzuerkennen und durch Zustimmung einer schnellen Lösung zuzuführen.

Dies hätte bei der Rettungshelfergleichstellung längst geschehen können, wäre die CSU-Fraktion dem Antrag der SPD-Fraktion vom März letzten Jahres gefolgt.

Das von der CSU praktizierte Vorgehen kostet die Betroffen nicht nur Zeit und Geld, es trägt auch ganz maßgeblich zur Politikverdrosse   nheit in weiten Teilen der Bevölkerung bei. Auf Kosten der raschen Problemlösung wird unverblümt Parteitaktik betrieben. Und dies auf Kosten der Betroffen.

 

Presseerklärung

Dr. Paul Wengert, MdL
Vorsitzender des Arbeitskreises für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport Kommunal- und innenpolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion

 

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