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Vor 20 Jahren verbündeten sich SPD und „Aufschwung“, heute knirscht es im Gebälk - 14.06.2016 18:13 Uhr
Norbert Gradl, heute Dritter Bürgermeister, hat die Anfangszeit des Aufschwungs, damals als SPD-Stadtrat und Ortsvereinsvorsitzender, miterlebt. Beide Gruppen – der neue Aufschwung und die altgedienten Genossen – seien sich einig gewesen, dass man nur gemeinsam die Vorherrschaft von CSU und Christlicher Umland Union (CUU) brechen könne, berichtete Gradl.
Um dieses Ziel zu erreichen, hat die SPD bei der Kommunalwahl 1996 auf ihre Umlandliste Sozialdemokratisches Auerbacher Land (SDAL) verzichtet und sich auf eine Listenverbindung mit dem Aufschwung Auerbach eingelassen. Der Erfolg habe ihnen recht gegeben. Acht „rote“ Stadträte, Bürgermeister Helmut Ott und zwei Stadträte vom „Aufschwung“ sorgten für eine Mehrheit im Stadtrat.
Gemeinsame Fraktionssitzungen und Klausurtagungen folgten, schließlich sollte der Investitionsstau der Ära Haberberger sukzessive abgebaut werden. Wenn nun einige Mitglieder der Freien Wähler die Erfolge der vergangenen 20 Jahre ausschließlich dem Aufschwung zurechneten, sei dies nicht korrekt. Da sollten die Kollegen doch die Kirche im Dorf lassen.
„Es waren unsere gemeinsamen Projekte“, betonte Gradl und zitierte den deutschen Aphoristiker Gerhard Uhlenbruck: „Man kann sich zwar mit fremden Federn schmücken, aber man kann nicht mit ihnen fliegen.“
Der SPD-Mann riet dem Aufschwung dringend, Bodenkontakt zu halten. Er selbst habe die Zusammenarbeit nie bereut, finde allerdings, dass eine Partnerschaft gegenseitigen Respekt erfordere. Zwischen 1996 und 2008 seien SPD und die heutigen Freien Wähler immer auf Augenhöhe gewesen. Heute fordere die SPD den Respekt ein, den sie damals dem politisch unerfahrenen Team des Aufschwungs entgegenbrachte.
Georg Gsell, früher Zweiter Bürgermeister unter Helmut Ott, hatte indes einen anderen Blick auf die Anfangszeit: „Waren wir nicht nur die Steigbügelhalter?“ Die SPD habe gute Arbeit im Stadtrat geleistet. Dennoch habe er gehört, dass Aufschwung-Mitglieder sagten, „mit den Roten kann man sich nicht sehen lassen“. Die SPD müsse sich fragen lassen: „Lebst du noch?“, fand Gsell. Die Partei müsse etwas tun, dürfe die eigenen Leistungen nicht verstecken.
Kritisch blickte Gsell auch auf den Radwegebau zwischen Weidlwang und Pegnitz. Dort würden Feuchtbiotope durchschnitten. Gradl erklärte, die Planung sei im Einvernehmen mit den Naturschutzbehörden gemacht worden: „Es wird ein toller Radweg. Und wir bekommen 80 Prozent Zuschuss.“
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