„Pro und contra Windkraft wurde in den vergangenen Monaten in unserem Landkreis diskutiert, ja gestritten“ sagte bei einer Sitzung des SPD-Kreisvorstands dessen Vorsitzender MdL Reinhold Strobl. Er sei überzeugt, betonte er, dass bei einer Wende hin zu alternativen Energien, hin zu energieautarken Kommunen und Regionen Windkraftanlagen mit einbezogen gehörten.
Dazu gehöre aber auch, „um nicht wild wucherndem Kommerzdenken Tür und Tor offen zu lassen,“ dass Kommunen durch einen Flächennutzungsplan selbst festlegten, wo Windräder aufgestellt werden können.
„Wir brauchen einen grundlegenden Wandel in der Energieversorgung um unseren Kindern nicht ihre Zukunft wegzunehmen“ gab sich Matthias Knab von „Bürgerwind Region Freudenberg“ überzeugt.
Die Energieversorgung mit fossilen Brennstoffen stehe nur noch beschränkte Zeit zur Verfügung, führe schon heute zur Abhängigkeit von Energierohstoffimporten, verursache Umweltschäden, fördere den Treibhauseffekt und auch die Atomkraft sei weder nachhaltig noch unendlich verfügbar. „Rein wirtschaftlich betrachtet kostet das Festhalten an der derzeitigen Energiestruktur das Doppelte wie ein Hin zu alternativen Energieformen“ so Knab.
Dazu gehöre jedoch auch neben einem bewussten Umgang mit Energie eine Effizienzsteigerung – „Groß-kraftwerke fahren durch Abwärme einen Verlust bis zu 60 Prozent ein“ – durch eine Dezentralisierung der Stromversorgung „… und das Ziel alles Handelns muss die Nach-haltigkeit sein.“ Die Zukunft liege nach seiner Meinung in einem Energiemix aus Sonnenenergie, Biogasanlagen und Windkraft, hob Matthias Knab hervor, „wobei Windkraftanlagen das beste Verhältnis zwischen verbrauchter Fläche und Ertrag – eine moderne Windkraftanlage erzeugt Strom für mehr als 1000 Haushalte – bietet.“
Biogasanlagen mit ihrem großen Flächenverbrauch sein nur sinnvoll wenn die Abwärme genützt werden könne „und für Photovoltaik sind genügend Dachflächen vorhanden, dazu sind keine Freiflächen nötig.“ Notwendig zur Schaffung nachhaltiger Energiestrukturen, führte Knab weiter aus, sei eine gemeindeübergreifende Zusammenarbeit um mittel- und langfristig eine Unabhängigkeit der Region von großen Energiekonzernen und -importen zu erreichen.
Sein und das Ziel seiner Mitstreiter Klaus Peter, Heribert Wenkmann und Andreas Wilcek sei die Gründung von Bürgerwindkraftwerken unter Beteiligung der Bevölkerung „und in der Gemeinde Freudenberg fangen wir an.“ Die geplanten Wind-kraftanlagen sollten so den Bürgern vor allen anderen Investoren gehören. Bei Betreibergesellschaften mit Sitz in der Gemeinde verbleibe so die Gewerbesteuer zu 100 Pro-zent am Ort und auch der durch den Windstrom erwirtschaftete Gewinn in der Region.
Das Ganze aber, fasste er zusammen, müsse von unten her geschehen, „… und das ist die Verantwortung, welche die lokale Politik hat.“ Moderne Windkraftanlagen seien mit Anlagen früherer Jahre nicht mehr zu vergleichen, so Knab in der anschließenden Diskussion. Ihre Planung unterliege strengen Aufla-gen.
zum Bild: „Wir brauchen einen grundlegenden Wandel in der Energieversorgung um unseren Kindern nicht ihre Zukunft wegzunehmen“ gab sich Matthias Knab von „Bürgerwind Region Freudenberg“ bei einer Sitzung des SPD-Kreisvorstands überzeugt.