"Wenn wir wollen, dass die Hauptschule als Lerneinrichtung vor Ort weiter Bestand hat“, betonte BLLV-Bildungsexperte Klaus Wenzel vor Lehrern und Kommunalpolitikern, "muß sie so attraktiv sein, dass sie als Alternative zu Gymnasium und Realschule wahrgenommen wird“."Wir brauchen eine passgenauere Schulpolitik, die sich an den örtlichen Gegebenheiten orientiert“ legte Klaus Wenzel, Leiter der Abteilung Schul- und Bildungspolitik im BLLV, Lehrern und Kommunalpolitikern im Josefshaus dar. "Wenn wir wollen, dass die Hauptschule als Lerneinrichtung vor Ort weiter Bestand hat“, wurde er konkret, "muß sie so attraktiv sein, dass sie als Alternative zu Gymnasium und Realschule wahrgenommen wird“.
Die Schulentwicklung in Bayern mache mehr als nachdenklich, betonte MdL Reinhold Strobl, der zu dieser Veranstaltung unter dem Thema "Bessere Bildung für alle“ eingeladen hatte. Er plädiere für den Erhalt wohnortnaher Schulen, spreche sich gegen die Auflösung von Hauptschulen in ländlich strukturierten Regionen und weite Anfahrtswege aus "denn es geht um unsere Kinder“.
Mit Zahlen belegte Klaus Wenzel das Hauptschulsterben in Bayern: Habe es 1991 beim Start des ersten
Modellversuchs der R6 noch 1689 und bei deren flächendeckenden Einführung 2001 noch 1642 Hauptschulen Bayern gegeben, sei deren Zahl bis dato auf 999 gesunken.
"Die Hauptschule wird in ihrer Wertigkeit inzwischen als Betriebsunfall angesehen“ kritiserte Wenzel und stellte klar, dass nur fünf Prozent der Eltern bewusst diese Schulart für ihre Kinder wählen würden ". . . da können Sie sich die Motivation des Lehrers vorstellen“. Die Schüler müssten man so lange beisammen lassen bis die Prognose sicher sei, so sein Credo.
Dass von 100 Zehnjährigen, welche an Gymnasien überträten, nur 50 nach neun Jahren beim Abitur ankämen sei nicht tragbar. "Der Zeitpunkt des Übertritts ist zu früh, den Druck auf die Schüler muss man als unanständig bezeichnen“. Das bayerische Schulsystem sei in hohem Maße durchlässig "aber von oben nach unten es funktioniert also nicht“ kritisiert Wenzel weiter und belegte, dass zehn Prozent der bayerischen Schüler die Schule ohne Abschluss verließen und 200 Millionen Euro für Sitzenbleiber ausgegeben würden.
"Wenn bayerische Politiker, die ernst genommen werden wollen, von einem bewährten Schulsystem sprechen, muß man fragen dürfen: Was hat sich da bewährt? Damit muß Schluss sein!“. Politiker, forderte Wenzel, müssten
ehrlich und sensibel sein, schulische und schulpolitische Defizite und Verwerfungen erkennen und anerkennen. Wesentliche Entscheidungskompetenzen von zentraler auf die lokale Ebene zu verlagern, sei seine Forderung "denn
an Ort und Stelle kann ich passgenau entscheiden“.
Auch müssten sich schulische Entscheidung an den veränderten Lebens-, Lern- und Ausbildungsbedingungen der Jugendlichen orientieren. Die Hauptschule, so seine Forderung, müsse so attraktiv sein, dass sie als Alternative zu
Realschule und Gymnasium wahrgenommen würde. Mehr Förderdiagnostik ermöglichen, die Auslesediagnostk deutlich reduzieren, müsse das Ziel sein.
Die Förderung der Schüler aber bedürfe großzügiger finanzieller und personeller Investitionen, das bayerische Schulsystem sei jedoch deutlich unterfinanziert ". . . aber für den Transrapid ist, wenn Herr Stoiber es will, auch Geld da“.