Positive Entwicklung der Arbeitsmarktzahlen im Landkreis – Arbeitslosenquote in Amberg aber immer noch sehr hoch.
Als durchaus positiv bewertet der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl den Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 3,2 Prozent im Landkreis Amberg-Sulzbach. Auch die Stadt könne einen Rückgang an Arbeitslosen verzeichnen, liege aber mit 5,7 Prozent im Bayern weiten Vergleich im oberen Drittel.
Die Oberpfalz könne laut den aktuellen Arbeitsmarktzahlen für Bayern den größten Rückgang an Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr verbuchen – immerhin sank hier die Arbeitslosenquote auf 3,2 Prozent - und nehme nun den zweiten Platz (der Regierungsbezirke) nach Niederbayern ein was die niedrigsten Arbeitslosenquoten anbelange, so der Abgeordnete. „Die Entwicklung ist sehr erfreulich.
Leider liegt aber die Stadt Amberg mit einer Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent immer noch im oberen Drittel der Arbeitslosigkeit in Bayern. Hier bestehe noch deutlicher Handlungsbedarf und ein besonderes Augenmerk darauf, warum denn gerade hier die Zahlen im Schnitt deutlich höher sind als in den übrigen Arbeitsamtsbezirken.
Besonders erfreulich sei die geringe Arbeitslosigkeit in Neumarkt. Mit 1,9 Prozent könne hier von Vollbeschäftigung gesprochen werden. Trotz dieser positiven Entwicklung möchte Strobl aber doch einige Bereiche hinterfragt haben. So müsse man sich die Zahlen genau anschauen? Wurden tatsächlich mehr Arbeitsplätze geschaffen oder ist ein Rückgang der Arbeitslosigkeit auf die Abwanderung junger Menschen zurückzuführen?
Ein beträchtlicher Anteil der Arbeitsplätze in Deutschland entfalle auf Minijobs. So hätten bei uns etwa lt. Hans-Böckler-Stiftung etwa 20 Prozent der Frauen 400-Euro-Arbeitsplätze. Wie ist es mit der Leiharbeit und der Beschäftigung junger Menschen?
„Besonders erschrocken bin ich über eine Studie der Hans-Böcklerstiftung, welche besagt, dass die jungen Menschen aufgrund ihres Erwerbslebens später einmal eine geringere Rente bekommen werden als die derzeit sich in Rente befindlichen Menschen.“ So Strobl.
Der Abgeordnete weiter: „Wir dürfen auch nicht vergessen, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt immer noch benachteiligt werden. 15,8 Millionen Frauen gehen einer unselbstständigen Arbeit, darunter arbeiten 5 Prozent für weniger als fünf 5 Euro die Stunde. Ein beträchtlicher Anteil der Arbeitsplätze in Deutschland entfällt auf Minijobs. In 2009 war jedes fünfte Beschäftigungsverhältnis ein geringfügiges.
Viele Menschen, die einen Minijob haben, gehen noch mindestens einer weiteren Arbeit nach (Zahlen beruhen auf einer Studie der Hans Böckler Stiftung aus 2009). Diese Arbeitnehmer tauchen in der Arbeitslosenstatistik nicht auf, weil sie ja Arbeit haben“.
Dies alles zeige, dass die Entwicklung der Arbeitslosenzahl zwar positiv sei, dass es aber trotzdem noch viel zu tun gebe. Ziel müsse es sein, alle Arbeitnehmer in Arbeit zu bringen, von der sie auch leben können und dass sie später eine angebrachte Rente bekommen.