„Der Internationale Frauentag ist weniger präsent als der Valentinstag oder der Muttertag, wenn die Frauen Blumen bekommen“, stellte Renate Dümmler fest, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, „aber an diesem Tag geht es um die Rechte der Frauen!“ Heuer stand der Tag unter dem Motto „Frau geht vor“.
Die ASF setzt sich für die Gleichstellung von Frauen und Männern ein in Partei und Gesellschaft ein. Deshalb laden die SPD-Frauen jedes Jahr ein, den Internationalen Frauentag zu feiern.
Auch heuer folgten zahlreiche politisch aktive Bürgerinnen und Bürger dieser Einladung. So kamen nicht nur die Mitglieder der ASF im Capitol zusammen, sondern auch alle SPD-Stadträte, die Stadträtin Yvonne Rösel von den Grünen, MdL Reinhold Strobl, Bezirkstagsmitglied Richard Gaßner sowie zahlreiche weitere Vertreterinnen des öffentlichen Lebens. Aber auch viele Männer zeigten mit ihrer Anwesenheit, dass die Gleichberechtigung der Frauen ein gesamtgesellschaftliches Anliegen ist.
Mit einem kurzen Film ließen die Organisatorinnen die Geschichte der Gleichberechtigung Revue passieren. Die Zuschauer erfuhren, dass Frauen erstmals 1919 in Deutschland wählen durften und noch 1977 konnte eine Frau ohne Einverständnis ihres Mannes nicht erwerbstätig sein.
Die Geschichte des Frauentags stellte Dümmler in einer Präsentation dar. Schon Clara Zetkin habe 1910 einen Internationalen Frauentag gefordert. Zentrales Thema damals war das Frauenwahlrecht. 1949 wurde im Grundgesetz die Gleichberechtigung von Männern und Frauen festgelegt, aber erst 1994 wurde ein Zusatz in die Verfassung aufgenommen, der den Staat zur Förderung der Gleichberechtigung verpflichtet. Nach wie vor seien Frauen unterrepräsentiert und auch gleicher Lohn für gleiche Arbeit sei noch nicht erreicht. „So gibt es viele Gründe, den 8. März zu feiern als einen Tag der erreichten wie auch der noch ausstehenden Frauenrechte“, schloss Dümmler.
Auch 1. Bürgermeister Michael Göth stellte in seinem Grußwort fest: „Der Frauentag hat nach wie vor Bedeutung, und er wird noch an Bedeutung gewinnen.“
„Wir müssen einfordern, was uns zusteht, und das auch wirklich durchsetzen“, sagte die stellvertretende Landrätin Brigitte Bachmann in ihrem Vortrag, „wir dürfen nicht darauf warten, dass die Männer uns ein Zuckerle zuwerfen.“

In ihrer sehr kämpferischen Rede hob sie Erfolge der SPD wie Mindestlohn, Mietpreisbindung und Frauenquote in Aufsichtsräten hervor, ging aber auch auf die vielen Herausforderungen ein, die noch zu bewältigen seien. So müsse der Altersarmut Einhalt geboten und die Lohngerechtigkeit von Männern und Frauen erreicht werden. Auch bei der Barrierefreiheit sei noch viel zu tun. Ein weiteres Problem sei die Politikverdrossenheit. Hier seien die Politiker gefragt, der Jugend Perspektiven zu geben und die aufzufangen, die am Rand stehen: „Wir ebnen unserer Jugend den Weg in eine aussichtsreiche Zukunft.“ Schließlich ging sie auf die Migranten ein, die nach Sulzbach-Rosenberg kommen: „Sie bereichern uns mit den Schätzen und dem Wissen ihrer Kulturen.“

Die Zuhörerinnen und Zuhörer klatschten beifällig. Dümmler und ihre Stellvertreterin Bettina Moser dankten Bachmann mit einem Blumenstrauß.
Es ging aber nicht nur um Politik. Der Heimat- und Kulturverein Ammerthal unterhielt die Frauen und Männer mit lustigen Sketchen, und die Highway Stompers aus Amberg, eine Line-Dance-Gruppe, verbreiteten mit ihren schwungvollen Tänzen Wild-West-Stimmung.