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Amberg: Datenautobahn geht an Industriegebieten vorbei

Veröffentlicht am 27.01.2007 in Wirtschaft

Unzureichende DSL-Anbindung wird zum Jobkiller

Der mangelnde Breitbandanschluss wird zum Standortnachteil, MdL Reinhold Strobl sieht dadurch Firmen in ihrer Existenz bedroht und Arbeitsplätze gefährdet.

„Es ist geradezu ein Witz“, so der Schnaittenbacher Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl (SPD), „dass ausgewiesene Industriegebiete (z.B. Amberg-Nord, Immenstetten) nur zum Teil über zeitgemäße Breitbandanschlüsse verfügen und viele Unternehmen dadurch massive Standortnachteile in Kauf nehmen müssen."

Die Stadt Schnaittenbach ist immer noch unterversorgt und auch die Stadt Nittenau hatte vor kurzem erst den Ausbau des DSL-Datennetzes für das gesamte Stadtgebiet eingefordert.

"Die Deutsche Telekom als börsenorientiertes Unternehmen ist natürlich nur daran interessiert nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten in den Breitbandausbau zu investieren, aber die Leidtragenden sind die betroffenen Amberger Unternehmen, besonders im mittelständischen Bereich."

Erst in der vergangenen Woche war einer mittelständischen Druckerei im Industriegebiet Nord, ihr ohnehin auf niedrigem Kapazitätsniveau laufende DSL-Anbindung durch die Deutsche Telekom auf die Hälfte der Leistung gekürzt worden. Strobl wandte sich nun in einem Brief an Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU), um auf diese Situation aufmerksam zu machen und entsprechende Hilfestellung einzufordern.

Strobl: „Zur Zeit besteht für die betroffenen Unternehmen nur die Möglichkeit, Standleitungen von der Telekom zu mieten, um den in der Wirtschaft mittlerweile normalen Standard der Datenübertragung zu erreichen. Dies ist mit nicht unerheblichen finanziellen Mehrkosten verbunden, denn solche Leitungen kosten bis zum Zehnfachen der monatlichen Kosten anderer Zugangsarten, die gerade von kleineren Unternehmen nicht getragen werden können.
Ich denke, es erklärt sich von selbst, dass zumindest in ausgewiesenen Industriegebieten eine effiziente, zeitgemäße Breitbandversorgung für alle ansässigen Unternehmen gesichert sein sollte.“

Das Problem ist, dass die Einwahlknoten der Telekom in das Breitbandnetz nur dort engmaschig geknüpft sind, wo eine hohe Zahl von Nutzern garantiert ist. Je weiter ein Abnehmer aber von dem Einwahlknoten entfernt ist, desto geringer wird die Leistung des Datentransfers.

„Dies hat zur Folge, dass gerade im ländlichen Raum die DSL-Anbindung stark ausgedünnt ist und sich zu einem weiteren schwerwiegenden Standortnachteil für die dort ansässigen mittelständischen Unternehmen entwickelt hat“, so Strobl weiter, Hier ist es, auch im Sinne weiterer Industrieansiedlungen, dringend nötig, derartige Wettbewerbsverzerrungen für die Unternehmen staatlicherseits zumindest finanziell auszugleichen oder eine technische Lösung zu finden, die einen akzeptablen und vergleichbar kostengünstigen Standard garantiert.“

Beispiele für eine solche Förderung finden sich in Rheinland-Pfalz oder dem Nachbarn Österreich, bei denen der Staat mit Breitbandinitiativen einem raschen Ausbau des Netzes Vorschub leistet.

„Nachdem sowohl die wirtschaftliche Stärkung des ländlichen Raums als auch die Versorgung mit Breitbandanschlüssen ein erklärtes Ziel der Staatsregierung ist, muss sie auch den benachteiligten Unternehmen und Kommunen durch geeignete wirtschaftspolitische Maßnahmen unter die Arme zu greifen. Die derzeitige Situation der DSL-Anbindungen, gerade in Amberg ist sowohl existenz- als auch arbeitsplatzgefährdend und trifft eine Region, die wirtschaftspolitisch besonderer Unterstützung bedarf“, so Strobl.

 

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