Oberpfälzer Betriebe gehen bei Vergabe von Bauaufträgen der US-Armee in Grafenwöhr leer aus, MdL Reinhold Strobl wendet sich an Minister Beckstein
Während Innenminister Beckstein die Auftragsvergabe der US-Armee in höchsten Tönen lobt, schlägt die Bauinnung Nordoberpfalz Alarm. An der Baustelle würden sich kaum Oberpfälzer Handwerker finden, die regionalen Betriebe bei der Vergabe der Bauarbeiten leer ausgehen und wenn überhaupt, nur Krümel für sie abfallen.
Die Hürden bei der Vergabe seien für sie nicht zu packen.
Bei fünf Millionen Euro würden die Los-Pakete anfangen, was für mittelständische Unternehmen nicht zu bewältigen sei.
Profiteure des Megaprojekts sind Großunternehmen, die die Arbeiten an Subunternehmen weitergeben. Diese würden vor allem Osteuropäer zum Mindestlohn von 10,30 Euro beschäftigen. Davon müssten die Arbeiter Miete für die Container und weitere Abgaben an die Unternehmer bezahlen.
Von den hunderten Beschäftigten würden nicht einmal zehn Prozent aus der Region kommen. So schildert es jetzt die Bauinnung und die Metallinnung Nordoberpfalz.
Rund 650 Millionen Euro investiert die US-Armee in die Erweiterung der Garnison, 3.500 Soldaten und knapp 5.000 Familienangehörige werden durch die Truppenverlegung bis zum Jahr 2008 in Grafenwöhr erwartet.
Noch vor zwei Wochen hätte Minister Beckstein bei einem Besuch im Münchner US-Konsulat noch die Auftragsvergabe in höchsten Tönen gelobt. Der Vorwurf der Bauinnung, so der SPD-Landtagsabgeordnete Strobl, gipfelt in dem Satz: „Beckstein blickt nicht in die Tiefe.“
Reinhold Strobl wendet sich jetzt in einem Brandbrief an Innenminister Günther Beckstein (CSU), und bittet um Hilfe für die Oberpfälzer Baubetriebe.
Strobl fordert Beckstein darin auf, seinen Einfluss geltend zu machen und darauf hinzuwirken, dass auch Oberpfälzer Betriebe und Arbeitnehmer die Chance bekommen, an der Großbaustelle Arbeit zu bekommen.
Den pauschalen Vorwurf des stellv. Obermeisters der Metallinnung, Anton Korsche, "die Politik sei schuld, sie habe versagt", kann Strobl so allerdings nicht stehen lassen. Strobl: "Schuld können höchstens diejenigen haben, die von der Bau- und Metallinnung eingeschaltet wurden und bis heute nichts getan haben."