„Da ist die Stärkung der Hauptschulen angeblich das erklärte Ziel der Staatsregierung aber andererseits werden wegweisende Schulmodelle, wie das in Eslarn, das seit Jahren erfolgreich den deutsch-tschechischen Austausch fördert einfach ausradiert“, so der Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl (SPD) zur Antwort des Kultusministers zu seiner Anfrage zur Zukunft der Teilhauptschule in Eslarn, die er Anfang diesen Jahres im Landtag eingereicht hatte.
In der Antwort wird an der Schließung des Schulmodells zum kommenden Schuljahr festgehalten.
Auch Josef Rauch, Konrektor der Eslarner Teilhauptschule ist von der Antwort des Kultusministeriums enttäuscht. „Unser Projekt ist nicht mit den Aktivitäten anderer Schulen gleichzusetzen, wie das in dem Schreiben pauschal getan wird. Davon hatte sich noch im Januar Staatssekretär Freller selbst ein Bild machen können. Unser Angebot ist von einer ganz anderen Qualität, denn wir bieten einen regelmäßigen gemeinsamen Unterricht und nicht nur den projektbezogenen Austausch. Das wäre an einem anderen Schulstandort in dieser Form gar nicht möglich.“
Besonders empört hat Strobl und Rauch, dass auf die Frage nach der Sinnhaftigkeit die Fremdsprache zu erlernen mit den Worten abgetan wird: „Dabei müssen die Möglichkeiten einer Hauptschule realistisch eingeschätzt werden. so ist es für Hauptschulen nicht möglich, Schüler in der ‚Nischensprache’ Tschechisch auszubilden.“
„Das ist eine Frechheit“, so Rauch und Strobl pflichtet dem bei: „Da wird versucht, die Schülerinnen und Schüler so darzustellen, als ob sie geistig nicht in der Lage seien, eine Fremdsprache zu erlernen. Das diskreditiert und diffamiert und zeigt, welchen Stellenwert die Hauptschule in den Augen des Ministeriums hat. Das ist einfach nur noch beleidigend.“
Rauch verweist darauf, dass es gar nicht Ziel des Modells sein kann, die Sprache voll zu erlernen: „Wir wollen den jungen Leuten die Grundbegriffe der tschechischen Sprache und Kultur näher bringen, damit sie sich später im Nachbarland orientieren und vielleicht auch damit arbeiten können. Es ist ein Einstieg in die Sprache und eine zusätzliche Qualifikation. Wir haben ohnehin im Ganzen nur vier Unterrichtsstunden zusätzlich zugewiesen bekommen, wovon drei für Tschechisch und eine für gemeinsamen Kochunterricht verwendet werden.“
Abschließend kündigt Strobl an, sich auch weiterhin für die Schule einzusetzen: „Wenn die Regierung meint, den Schwerpunkt der Kooperation mit der Tschechei in den Grundschulbereich verlegen zu können, dann irrt sie. Auch hier sind natürlich alle völkerverbindenden Aktivitäten wünschenswert, aber die Qualität der Ausbildung in Eslarn, bei der die jungen Leute an interessanten Projekten engagiert arbeiten, kann damit nicht verglichen werden. Hier ist es aus dem europäischen Gedanken heraus wichtig, den regelmäßigen wöchentlichen Unterrichtsbetrieb aufrecht zu erhalten.“
MdL Reinhold Strobl