Einkommensalternative für Landwirte in Bayern nicht gesichert
„Wenn der Freistaat nicht handelt werden auf die bayerische Landwirtschaft erdrutschartige Probleme zukommen“, so MdL Heidi Lück, Mitglied im Landtagsausschuß für Landwirtschaft und Forsten.
"Mir liegt die bäuerliche Landwirtschaft am Herzen. Sie ist Garant für die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel und wichtig für die Erhaltung unserer wunderschönen Kulturlandschaft“ betonte die Abgeordnete. MdL Reinhold Strobl hatte sie zu einem Gespräch mit Kreisbäuerinnen ins Gasthaus Erras in Fichtenhof eingeladen.
"Wir wollen Sie ausfragen, Sie löchern über das, was sich im Agrarbereich in Bayern tut“ ging Kreisbäuerin Roswitha Hubmann gleich in die Vollen. Die jungen Landwirte in der Region hätten ohne einen Anstieg der Milchpreise keinerlei Perspektiven, kritisierte sie. Als Milchbauern hätten diese einen schlechten Stand, denn: "Aldi, Lidl und Konsorten drücken den Milchpreis“.
Ein Verkauf unter Einstandspreis sei zwar verboten, dies werde nach ihrer Meinung jedoch oft unterlaufen, so MdL Heidi Lück, welche eine Verschärfung des Gesetzes und ein Eingreifen des Kartellamtes befürwortet. "Das Preis-Leistungsverhältnis muß dem Verbraucher klar gemacht werden, auch liegt die Konzentration auf einige Großhändler absolut daneben“.
Da bis 2009 restliche Exporterstattungen gestrichen würden, sei ein weiteres Fallen der Milchpreise vorauszusehen, sagte die Abgeordnete und betonte: "In zwei Jahren werden auf die bayerische Landwirtschaft erdrutschartige Probleme zukommen, wenn Bayern seine Mittel für die zweite Säule der EU-Agrarpolitik, die mit der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik für die Entwicklung des ländlichen Raumes festgeschrieben worden ist, nicht deutlich erhöht“.
Einig sei man sich, dass die erste Säule, die direkte Unterstützung der Bauern, keine Mittel abgeben solle. Wenn sich Europa aus der Förderung zusätzlicher Einkommensalternativen für Landwirte zurückziehe, müsse der Freistaat Bayern in die Bresche springen. "Ansonsten wird in Bayern der Strukturwandel nicht abgefedert werden können und die notwendigen Einkommensalternativen können nicht aufgebaut werden“ ist sich die
Abgeordnete sicher.
Als mögliche Finanzierungsquelle schlage sie vor, die Agrarsubventionen ab Betriebsgrößen von 100 Hektar und 1,5 Arbeitskräften gestaffelt zu kürzen.
Probleme erkannte Kreisbäuerin Hubmann auch bei Bayerns Schulpolitik: Das Zusammenlegen der Berufsschulsprengel (Landwirtschaftsschüler würden in Neunburg v. W. eingeschult) bedeute den
Tod vieler Lehrstellen, für Hauswirtschaftsschülerinnen werde Englisch vorgeschrieben viele interessierte Übersiedlerkinder aus Rußland würden so ausgesperrt, die Erwachsenenbildung werde zurückgeführt, die
Ernährungsberatung gestrichen.
Das Schulsterben auf dem flachen Land bereite Sorge, bekräftigte auch MdL Reinhold Strobl, der darin die Auswirkungen von R6 und G8 sah "einer falschen Bildungspolitik der CSU“. Und Landrat Armin
Nentwig bekräftigte: "Dadurch kommt es zu Kostensteigerungen bei den Gastschulbeiträgen und der Schülerbeförderung. In den Gemeinden stehen die Schulen leer“.
Insgesamt sehe sie, so fasste MdL Heidi Lück zusammen, "dass das neue Agrarwirtschaftsgesetz gemacht wird um massiv einzusparen. Da krieg’ ich so einen Hals!“.