Mit dem Beginn des neuen Schuljahrs beginnt auch wieder der tägliche Kampf in den Schulbussen, auf die jedes Jahr eine stetig wachsende Anzahl von Schülerinnen und Schülern in Bayern angewiesen sind. Die Schulschließungen und Verlagerungen von Klassen bzw. Schulen haben speziell auch in der Oberpfalz dazu geführt, dass die Kinder täglich oftmals weite Strecken in überfüllten Bussen zurücklegen müssen.
„Wir haben die Situation vor Ort“, so der oberpfälzer Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl, „dass in einigen Regionen durch die Veränderungen der Schulstrukturen eine immer größere Zahl von Schülerinnen und Schülern ihre wohnortnahe Schule verloren haben und nun darauf angewiesen sind, per Bus in die Schule zu fahren. Das stellt für alle Beteiligten eine neue Herausforderung dar.“
Der größte Teil des Schulbusverkehrs ist in Bayern in den regulären öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) integriert, da Kreise und Kommunen keine anderen Möglichkeiten bieten können. „Hier wäre die Staatsregierung im Sinne der Konnexität in der Pflicht, sich finanziell stärker zu beteiligen, wie dies noch von der ehemaligen Kultusministerin Hohlmeier bei der Einführung des G8 angekündigt worden war. Stattdessen sind die Zuweisungen an die Kommunen für die Schülerbeförderung und den ÖPNV dauernd zurückgefahren worden. Gerade bei den Gymnasien, die durch die chaotische Einführung des G8 klassenweise zu unterschiedlichen Zeiten Schulschluss haben, entsteht das Problem, dass die Kinder oft am Nachmittag mangels Ganztagsbetreuung noch lange auf den nächsten Bus warten müssen, obwohl sie eigentlich die Zeit bräuchten, ihr Lernpensum zu Hause abzuarbeiten. Hier ist eine flexiblere, zeit- und ortsnahe Regelung der Schülerbeförderung unabdingbar, die von den Landkreisen und Kommunen alleine nicht geschultert werden kann.“
Einschneidend ist für den Abgeordneten auch der Sicherheitsaspekt bei der Beförderung der Kinder im Bus. Strobl: „Hier leisten die Fahrer mit ihrer umsichtigen Fahrweise tagtäglich Erstaunliches, wenn man die Unfallstatistiken betrachtet, aber es sollte zu denken geben, dass laut einer Erhebung des Bundesverbandes der Unfallkassen fast 60 Prozent der Schulbusunfälle im Bus selbst passieren. Grund ist die Überfüllung, das Gerangel beim Ein- und Aussteigen und die Aggressivität, die in solchen Situationen zum Tragen kommt.“
Aus diesem Grund tritt auch die Verkehrswacht mit Nachdruck dafür ein, in jedem Schulbus einen Lotsen mitfahren zu lassen, der für die nötige Disziplin sorgt. „Bis jetzt kann man nur an die Schulen, Elternbeiräte und Eltern appellieren, sich dafür zu engagieren. Eigentlich aber sollte der Freistaat dafür Sorge tragen, dass es nicht dazu kommen kann, dass ausgerechnet Kinder ohne Sitzplatz und ohne Anschnallgurt zur Schule fahren müssen, während ansonsten für Erwachsene Anschnallpflicht im Bus besteht.“
Abschließend kündigt Strobl an, dass er eine Anfrage im Landtag stellt, um auf die Situation aufmerksam zu machen: „Wir müssen verlässlich wissen, wie viele Schüler auf den Transport zur Schule angewiesen sind, wie viele Kinder durch die Schulschließungen und Zusammenlegungen zu Pendlern geworden sind, welche Kosten dadurch verursacht werden und mit welchen Zuweisungen der Freistaat zu den Kosten der Schülerbeförderung beiträgt.“
Reinhold Strobl,Mdl