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Mängel beim neuen Kindergartengesetz

Veröffentlicht am 24.10.2006 in Landespolitik

Ein Jahr nach Verabschiedung des "Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBig)" zeigen sich gravierende Mängel. Der Amberger SPD-Stadtverbandsvorsitzende Roland Pirner erklärt dazu: Die von der Staatsregierung geforderte Sprachförderung richtet sich nach der Herkunft der Kinder und nicht nach deren Sprachfähigkeit aus. Auch deutsche Kinder haben Defizite.

Stoiber zieht durch die Lande und verweist auf die erforderlichen Sprachkenntnisse, er verschweigt jedoch, dass es keinerlei zusätzliche Finanzierung gibt. Sprachförderung erfolgt nach den jetztigen Vorgaben im Rahmen der normalen Gruppenarbeit. Es gibt weder spezielle Ausbildungsprogramme für die Erzieher/innen noch eine Verkleinerung der Gruppen. Mit 25 Kindern aber ist eine gezielte Sprachförderung nicht möglich. Hier muss das Gesetz dringend nachgebessert und ein solides Finanzierungskonzept für die Vorkurse im Kindergarten vorgelegt werden.

Der Integration von Kindern mit Behinderung wird das neue Gesetz ebenso wenig gerecht. Auch hier werde zu wenig Geld zu Verfügung gestellt, um Qualität und hochwertige Integration in den Kindergärten sicher zu stellen. Integration ist wichtig - je früher sie geschieht, desto besser. Ich befürchte aber, daß jetzt viele Einrichtungen ihr Angebot wegen mangelnder Finanzierung eher einschränken als ausbauen werden.

Für berufstätige Eltern wirkt sich die Gastkinderregelung besonders negativ aus: Wenn sie beispielsweise eine Kindertagesstätte außerhalb ihrer Wohnortgemeinde wählen (etwa den Betriebskindergarten), kann es sein, dass die kommunale und damit auch die staatliche Förderung wegfällt und somit die Eltern auf hohen Betreuungskosten sitzen bleiben. Die Möglichkeit von Eltern, eine Betreuungsstätte zu wählen, die ihnen für die Bildung und Erziehung ihrer Kinder geeignet erscheint, ist nahezu ausgeschaltet. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird somit in Bayern mit Füßen getreten. Fazit ist, daß das Gesetz nicht das Familienleben erleichtert, sondern Eltern zusätzliche Steine in den Weg legt.

Ich begrüße es sehr, daß es in unserer Region eine starke Initiative gibt, die sich für vernünftige Änderungen an dem Gesetz einsetzt und rufe deswegen alle Betroffenen und Interessierten auf an den Veranstaltungen der Initiative teilzunehmen.

Am 30.10.06 ist ein Sternmarsch geplant: Abmarsch um 16.00 Uhr von den einzelnen Kigas, ab 16.30 Uhr Programm auf dem Marktplatz in Amberg.

 

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