“Politiker müssen immer das Gespräch mit den Menschen suchen" ist MdL Reinhold Strobl überzeugt. Um gute Politik zu machen sei der Austausch mit Kommunalpolitikern, Arbeitnehmern, Vertretern von Wirtschaft und Verbänden unabdingbar, “. . . denn nur so bekommt man mit wo der Schuh drückt".
Und der Schuh drückt die Gemeinden gewaltig, wie Strobl im Rathaus Kümmersbruck von Bürgermeister Richard Gaßner, SPD-Fraktionsvorsitzendem Günter Cermak und Gemeinde- und Kreisrat Josef Flierl erfahren konnte. Der kommunale Finanzausgleich müsse grundsätzlich geändert werden, ist Bürgermeister Gaßner überzeugt. Natürlich habe die Gemeinde die eigenen Einnahmemöglichkeiten auszuschöpfen, jedoch müsse der Freistaat Bayern dafür sorgen, dass für die Daseinsvor- und -fürsorge Mittel zur Verfügung stünden.
“Weil wir über Jahre sparsam gewirtschaftet haben ist die finanzielle Situation unserer Gemeinde noch überschaubar", betonte er, die Pro-Kopf-Verschuldung habe von 748 Euro im Jahre 1990 auf derzeit 329 Euro gesenkt werden können, “aber die Luft wird langsam enger, die Unterhaltskosten im Hoch und Tiefbaubereich werden uns noch viel abverlangen". Der Schuldendienst enge die Investitionen ein und sauer stoße ihm auf, “dass die erste Rate der Schlüsselzuweisungen erst Ende April zugewiesen wird". So habe die Kommune im ersten Quartal keine Einnahmen aber hohe Ausgaben wie etwa die Kreisumlage. Dass die Gemeinde Kümmersbruck alleine 1,656 Millionen Euro “kein unwesentlicher Betrag" seit 1995 an Solidarumlage zu leisten hatte, wolle er nur am Rande erwähnen. Als “Rohrkrepierer" bezeichnete Gaßner das Büchergeld, kritisierte “den schleichenden Rückzug" des Freistaat bei den Schülerbeförderungskosten, obwohl die Schule “das Wichtigste ist, was wir unseren Kindern für ihre Bildung und Ausbildung mit auf den Weg geben können". Etwa 500 Euro pro Kind und Jahr leiste Kümmersbruck, Abschreibung und Investitionen nicht gerechnet, als Sachaufwandsträger. “Die Jugend ist unsere Zukunft und wir stehen für die Anerkennung des Ehrenamts", betonte SPD-Fraktionsvorsitzender Günter Cermak, deshalb werde die SPD-Fraktion auch weiter für freiwillige Leistungen für Jugend und Vereine stehen. Das Thema regenerative Energien sprach Gemeinde- und Kreisrat Josef Flierl an und betonte “jeder hier investierte Euro hat ungeheure Auswirkungen, wichtig ist aber vor allem der ökologische Aspekt". Fehlende DSL-Anschlussmöglichkeiten in einigen Ortsteilen seien nachteilig für Unternehmen und private Nutzer, beklagten die Kommunalpolitiker, die auch die Kürzung der ÖPNV-Mittel mit ihren negativen Folgen für eine flächendeckende Versorgung und die Anrufsammeltaxis “das wäre eine gute Sache für Wochenenden, nachts und vor allem für Jugendliche" kritisierten. Großen Raum nahm im Gespräch die Westumgehung Kümmersbrucks ein, die so Gaßner, bald in Bau gehen müsse, “da die Situation für die Anwohner unerträglich ist". Die Westumgehung bringe, fügte Cermak an, für Lengenfeld eine Entlastung von 70 und für Haselmühl von 40 Prozent. Dies seien Zahlen, welche hinter der Maßnahme stehen, “von der wir wissen, dass deren Bau eine große kommunalpolitische Herausforderung und auch ein großer ökologischer Einschnitt ist".
Strobl/Gassner.JPG: “Die Situation für die Anwohner ist unerträglich³ bekam MdL Reinhold Strobl bei seinem “Antrittsbesuch" im Rathaus Kümmersbruck von Bürgermeister Richard Gaßner, SPD-Fraktionsvorsitzendem Günter Cermak und
Gemeinde- und Kreisrat Josef Flierl (von links) zu hören, als Ihm diese anhand der Karte die geplante Westumgehung erläuterten.