Das Präsidium der SPD hat in seiner heutigen Sitzung die Arbeitsgruppe "Angemessenheit und Transparenz von Manager-Vergütungen" eingerichtet. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil bekräftigte das Vorgehen seiner Partei: "Wir wollen keine staatliche Lohnfestsetzung - auch nicht für Manager. Aber die Regeln müssen stimmen."
Das Gerechtigkeitsgefühl vieler Menschen sei durch exorbitant hohe Zahlungen verletzt, sagte Heil am Montag in Berlin. Abfindungen dürfen nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden können, kündigte Heil entsprechende gesetzliche Initiativen an. Die Arbeitsgruppe unter Leitung von SPD-Fraktionsvize Joachim Poß soll sich mit einer besseren Transparenz der Vorstandsbezahlungen, der Überprüfung der Nebenleistungen, der Begrenzung der Steuerabzugsfähigkeit von Managergehältern und Abfindungen sowie mit stärkeren Selbstverpflichtungen der Wirtschaft befassen.
In der Debatte um Mindestlöhne hielt der SPD-Generalsekretär dem Postkonkurrenten PIN Group eine "unerträgliche Art von Propaganda" vor, wenn das Unternehmen behaupte, der Post-Mindestlohn würde zu Entlassungen führen. PIN habe seine Geschäftsmodelle auf "Armutslöhnen" aufgebaut, sagte Heil. Mindestlöhne seien jedoch nicht nur eine Frage der Sozialpolitik, sondern auch des fairen Wettbewerbs.
Zudem verkündete Heil einen Beschluss des SPD-Parteivorstandes und des SPD-Parteirates zur Bildung. Der Beschluss "Gute Bildung - Chancen für alle" beinhalte vier Schritte für mehr Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem. Man wolle "I. mit Bildung früher ansetzen, II. den Zusammenhang von Bildungserfolg und sozialer Herkunft aufbrechen, III. berufliche Perspektiven schaffen und IV. berufliche Perspektiven schaffen", so Heil.
Foto: Frank-Walter Steimeier, Barbara Lochbihler, Kurt BeckAnlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte war die Generalsekretärin von amnesty international Deutschland, Barbara Lochbihler, Gast des SPD-Präsidiums. Die Menschenrechte müssen auch bei der Bekämpfung des Terrorismus wichtiger Maßstab sein. "Gerade weil wir Terrorismus verurteilen und bekämpfen, betonen wir die Bedeutung und die Notwendigkeit der Achtung der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit", so Heil.
Die universellen Menschenrechte wurden am 10. Dezember 1948 in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergelegt und haben als verpflichtende Rechtsnormen Eingang in eine Vielzahl von völkerrechtlichen Verträgen und nationalen Verfassungen gefunden. Heute sind die Menschenrechte unverzichtbare Elemente unserer nationalen und globalen Werteordnung.