Die Lauterach wird im Vollzug der EG-Wasserrahmenrichtlinie anhand von Wasseranalysen und der Gewässerbiologie umfassend untersucht und bewertet. Darüber hinaus werden sämtliche Einleitungen aus kommunalen Kläranlagen, Fischzuchtanlagen und sonstigen Nutzungen durch das Wasserwirtschaftsamt Weiden überwacht. Dies teilte der bayerische Umweltminister Dr. Markus Söder nun dem SPD-Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl aufgrund seiner diesbezüglichen Anfrage mit. Derzeit würden darüber hinaus Sondermessprogramme zur Wasserchemie und zu Wasserpflanzen laufen. So sei im Jahr 2009 ein spezielles Untersuchungsprogramm im Längsverlauf der Lauterach zu unterschiedlichen Zeitpunkten während der Vegetationsperiode durchgeführt worden.
Die Alge Cladophora rivularis sei bisher an 18 Messstellen von kalkgeprägten Flüssen verteilt über ganz Bayern nachgewiesen worden, so schreibt das Ministerium weiter. Dort sei aber die Alge nicht negativ in Erscheinung getreten, so dass in diesen Gewässern keine Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Alge notwendig gewesen sei. In der Lauterach habe die Alge im Jahr 2009 weite Abschnitte des Längsverlaufs besiedelt. So wurde die Art im August 2009 von der Mündung der Lauterach bis oberhalb der Kläranlage Kastl nachgewiesen worden. Der Verbreitungsschwerpunkt liege dabei zwischen Allersburg und der Mündung in die Vils.
Aus den umfangreichen Untersuchungen würden sich keine Hinweise darauf ergeben, dass die Kläranlage Hohenburg ursächlich für das massenhafte Algenwachstum sei. Die Alge trete bereits ca. 4 km flussaufwärts der Einleitung der Kläranlage Hohenburg verstärkt auf. Auf die Frage von MdL Reinhold Strobl, welche konkreten grundlegenden Maßnahmen die Staatsregierung gemäß der EG-Wasserschutzvorschriften - Wasserrahmenrichtlinie plane, um den guten ökologischen Zustand der Lauterach zu erreichen, gab das Ministerium folgende Antwort: Das im Rahmen der WRRL-Umsetzung Ende 2009 veröffentlichte Maßnahmenprogramm für den bayerischen Anteil der Flussgebietseinheit Donau (MNP) beinhaltet als grundlegende, nicht spezifisch auf die Kläranlage Hohenburg bezogene Maßnahme am Oberflächenwasserkörper NR 220 (Lauterach und Zuflüsse) die „Optimierung der Betriebsweise kommunaler Kläranlagen“.
Das im Rahmen der WRRL-Umsetzung Ende 2009 veröffentlichte „Maßnahmenprogramm für den bayerischen Anteil der Flussgebietseinheit Donau beinhalte folgende ergänzende Maßnahmen am Oberflächenwasserkörper:
- Anlage von Gewässerschutzstreifen zur Reduzierung der
Nährstoffeinträge
- Beratung
- Abstimmung mit Managementplänen zu Natura 2000-Gebieten
- Maßnahmen zur Herstellung der linearen Durchgängigkeit an Stauanlagen
- Maßnahmen zur Reduzierung der auswaschungsbedingten Nährstoffeinträge aus
der Landwirtschaft (OW)
- Mögliche Maßnahmen zur Durchgängigkeit: siehe „Strategisches
Durchgängigkeitskonzept.“
Das Wasserwirtschaftsamt sei dabei, Uferstreifen an der Lauterach zur Entwicklung eines durchgehenden Schutzes zu erwerben. Außerdem sei vorgesehen, in Bereichen mit fehlender Beschattung den Gehölzsaum weiter zu entwickeln.
Die gemessenen Nährstoffgehalte entsprächen für Phosphor als wesentlichen Pflanzennährstoff dem Orientierungswert zwischen Zustandsklasse „gut“ und „mäßig“. Es zeige sich für die Nährstoffe eine leichte Abnahme über den Beobachtungszeitraum seit 1987. Nun, so Strobl, dürfe man auf die Situation im Jahr 2011 gespannt sein.
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