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Ortsumgehung Wernberg-Köblitz der A 6 wird im Juli freigegeben

Veröffentlicht am 26.04.2005 in Verkehr

Auch das bayerische Innenministerium bestätigt: Beim Bau der Autobahn A6 hat die Bundesregierung immer zuverlässig die Finanzierung bereitgestellt, sobald Baurecht für einen Bauabschnitt vorlag. Damit sind die Schuldzuweisungen der örtlichen CSU-Abgeordneten an die Bundesregierung erneut widerlegt worden.


Die Ortsumgehung Wernberg-Köblitz der A 6 wird im Juli - also in 3 Monaten - dem Verkehr freigegeben.

Dies bestätigte jetzt noch einmal das Bayerische Staatsministerium des Innern dem SPD-Kreisvorsitzenden von Amberg-Sulzbach, Reinhold Strobl. Dieser hatte sich in einem Brief an Innenminister Dr. Günther Beckstein mit der Bitte gewandt, den Bau dieses Teilstücks der A 6 zu beschleunigen, da er darin eine Chance für eine erste Entlastung der Bevölkerung der Gemeinden Wernberg-Köblitz, Schnaittenbach, Hirschau und Amberg vom unerträglichen Durchgangsverkehr sehe. Innen-Staatssekretär Georg Schmid teilt nun in einem Brief dem SPD-Kreisvorsitzenden folgendes mit:

Sehr geehrter Herr Strobl,
Herr Staatsminister Dr. Beckstein dankt für Ihr Schreiben vom 24. Februar 2005, mit dem Sie sich für eine beschleunigte Fertigstellung der A 6 einsetzen. Er hat mich gebeten, Ihnen zu antworten.
Um nach Öffnung der Grenzen zur Tschechischen Republik den grenzüberschreitenden Ost/West-Verkehr möglichst rasch an die neue "Ostbayernautobahn" A 93 Hof - Regensburg als leistungsfähige Fernstraßenachse in Nord/Süd-Richtung anzuschließen, lag die Priorität beim Bau der A 6 zunächst auf dem Streckenabschnitt östlich der A 93 Richtung Grenze. Hier wurden inzwischen erfreuliche Baufortschritte erreicht - obwohl es Vielen verständlicherweise noch zu langsam geht.
Zu schnell wird dabei vergessen, dass in allen Teilabschnitten - auch westlich der A 93 Richtung Amberg - Klagen und Gerichtsverfahren bis hin zum Bundesverwaltungsgericht viel Zeit gekostet haben. Die Gerichte haben in allen Urteilen unsere Planungen bestätigt und der Bund konnte dann jeweils zeitnah die Finanzierung bzw. den Baubeginn ermöglichen.
Die A 6 ist in den drei Bauabschnitten östlich der A 93 vom AK Oberpfälzer Wald bis Vohenstrauß auf einer Gesamtlänge von 20 km voll im Bau. Dieser Streckenabschnitt soll durchgehend bis Oktober 2006 dem Verkehr zur Verfügung stehen. Der 5 km lange Teilabschnitt von Vohenstrauß bis Lohma ist bereits seit Ende 2004 fertig gestellt und in Betrieb. Im Bereich der vom Transitverkehr besonders betroffenen Marktgemeinde Wernberg-Köblitz können die Bauarbeiten beschleunigt und der vertragliche Fertigstellungstermin um 3 Monate von Oktober 2005 auf Juli 2005 vorgezogen werden. Eine noch frühere Fertigstellung der Umgehung Wernberg-Köblitz ist nicht möglich. Sie wird dann an ihrem vorläufigen östlichen Ende bei Wittschau bis zur Fertigstellung der Reststrecke zunächst in die B 14 übergeleitet. Der aus Richtung Waidhaus kommende Verkehr wird entsprechend direkt auf die neue Autobahnumgehung und weiter auf die A 93 gelenkt. Die Bauarbeiten wurden nach dem langen und strengen Winter bereits wieder voll aufgenommen, so dass die vorgesehenen knappen Fertigstellungstermine nicht gefährdet sind.
Für den vor allem für die Verkehrsentlastung von Schnaittenbach und Hirschau besonders wichtigen Lückenschluss der A 6 westlich der A 93 zwischen der AS Amberg-Ost und dem AK Oberpfälzer Wald werden die Mitte vergangenen Jahres begonnenen Bauarbeiten ebenfalls verstärkt weitergeführt. Die Bauzeit und damit die Fertigstellung dieses 20 km langen Bauabschnitts sind in erster Linie vom Bau der neun größeren Talbrücken abhängig. Insbesondere die Talbrücken benötigen einen zeitlichen Vorlauf gegenüber den Erd- und Deckenarbeiten, da sie zumindest mit einer Überbauhälfte für die Erdmassentransporte innerhalb der Baustelle benötigt werden. Die auf dem "kritischen Weg" liegende und für den Fertigstellungszeitpunkt maßgebende rd. 520 m lange Großbrücke über das Kulmbachtal kann aufgrund der technischen Abläufe frühestens in der ersten Jahreshälfte 2008 fertig gestellt werden. Anschließend sind noch der Erd- und Deckenbau in den Anschlussbereichen sowie die Restarbeiten zur Ausstattung der Fahrbahnen (Schutzeinrichtungen, Beschilderung, Markierung) für die Verkehrsfreigabe durchzuführen. Der Zeitpunkt der Verkehrsfreigabe des Lückenschlusses der A 6 zwischen der AS Amberg-Ost und dem AK Oberpfälzer Wald ist primär bautechnisch bedingt und aus heutiger Sicht kaum vor Herbst 2008 möglich.
Auch eine vorzeitige provisorische Inbetriebnahme, zunächst nur einer Brückenhälfte oder von Autobahnteilstrecken, wurde geprüft. Diese Überlegungen sind jedoch nicht zielführend, da zum einen die dadurch bedingten Erschwernisse des Erdbaubetriebs zu Verzögerungen führen und zum anderen das Staats- und Kreisstraßennetz für die vorübergehende Ableitung des Autobahnverkehrs über die künftigen Anschlussstellen bei Trisching (St 2040) bzw. westlich Nabburg (Kr SAD 28) nicht geeignet sind."

Soweit der lt. Strobl sehr sachlich gehaltene Brief von Staatssekretär Georg Schmid vom Bayerischen Staatsministerium des Innern. Es sei erfreulich, dass Bund und Land gemeinsam an einer möglichst schnellen Fertigstellung der A 6 arbeiten - der Baufortschritt sei lediglich bautechnisch bedingt. Gespannt dürfe man darauf sein, wie sich der Lkw-Verkehr nach der Freigabe des Teilstücks der Ortsumgehung Wernberg-Köblitz ab Juli verlagere. Strobl: "Hoffentlich gibt es eine erste Entlastung für die betroffene Bevölkerung von der ungeheuren Verkehrsbelastung in den B 14 - Anliegergemeinden."

 

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