Brigitte Netta"Das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz ist ein Sparmodell zu Lasten der Kinder",
kritisierte die die Amberger SPD-Stadträtin, Kindergartenleiterin und Sachbuchautorin Brigitte Netta die Bayerische Staatsregierung:
Zwar werde die staatlichen Förderung auf Horte, Krippen und Tagesstätten ausgebaut, die zur Verfügung stehenden Mittel jedoch nicht erhöht. Gleiches Geld für mehr Kinder bedeute jedoch weniger Geld für das einzelne Kind.
Die Umstellung von der bisherigen gruppenbezogenen auf die
kindbezogene Förderung gefährde den Fortbestand kleinerer Gruppen.
"Wirtschaftlichkeit kommt vor Pädagogik" so Netta, der bürokratische Aufwand
steige durch die Staffelung der Buchungszeiten, die Wahlfreiheit der Eltern
werde massiv eingeschränkt "und der schwarze Peter bleibt bei den Kommunen".
Für den stellvertretenden SPD-Kreisvorsitzenden Hans-Jürgen Haas, der die Konferenz eröffnete ist es entlarvend, "das der Begriff flächendeckende Versorgung im Bayerischen Krankenhausgesetz gestrichen wurde". Damit werde die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Bayern aufgegeben verfassungswidrig, aber kein Problem für Stoiber".
Durch den Einzelplan "Soziales" seien 92 Prozent der Haushaltsmittel des Bezirks verplant, führte der Bezirkstagsfraktionssprecher der SPD, Kümmersbrucks Bürgermeister Richard Gaßner aus. "Der Bezirk liefert gute Kommunalspolitik" gab er sich überzeugt und berichtete von emotionsfreier Haushaltsberatung mit Senkung der
Bezirksumlage von 23,4 auf 21,4 "und 19,4 Prozent, wenn es berechtigt ist".
Die Renaturierung der Vils in Schmidmühlen sei vom Bezirk mit insgesamt
einer Million Euro gefördert worden. Von den 51 Prozent Staatszuschuss habe
der Freistaat jedoch nur ein Prozent getragen, 50 Prozent seien EU-Mittel.
Jugendhilfe, Sozialkosten, Schülerbeförderung und Gastschulbeiträge seien
der größte Kostenblock im Kreishaushalt, sagte Landrat Armin Nentwig.
"Arbeit hat immer einen Namen, da stehen Personen dahinten" lobte er das
Engagement der am Landratsamt Beschäftigten und betonte "Ich will wie bisher
der Landrat für alle sein".
Harsche Kritik an der Bildungspolitik der Bayerischen Staatsregierung übte
auch SPD-Kreisvorsitzender MdL Reinhold Strobl. "Jeden Tag kommen im Bildungsausschuss neue Probleme auf uns zu" kritisierte er die chronische
Unterfinanzierung des bayerischen Bildungswesens. "Man kann sich auch
kaputtsparen" stellte er Stoibers Aussage "Investitionen in den Rohstoff
Geist tätigen, um Wohlstand zu sichern" die Kürzungen im Schulbereich
entgegen. Diese führten zu permanenter Überbelastung des Lehrpersonals, zu
großen Schulklassen und die dadurch bedingte mangelnde Förderung der Schüler
und Schülerinnen.
Er kritisierte die Streichung der ÖPNV-Förderung durch die
Staatsregierung zur Anschaffung von Bussen, und stellte die Frage in den
Raum "wenn die Qualität der Busse sinkt, wie sieht es dann mit der
Sicherheit unserer Kinder aus?".

"Die Entscheidungen des Bezirkstags wirken in die Kreis- und
Kommunalhaushalte hinein, gab sich Bezirksrat Richard Gaßner überzeugt, der
neben MdL Reinhold Strobl, Stadträtin Brigitte Netta aus Amberg und Landrat
Armin Nentwig (sitzend von links) bei der SPD-Regionalkonferenz in Hahnbach
referierte. Stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender Hans-Jürgen Haas
eröffnete die Konferenz. Mit im Bild Hahnbachs SPD-Ortsvorsitzende Hermine
Koch und Gerhard Dotzler, SPD-Vorsitzender in Freudenberg (stehend von
links).