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Selbst Ölländer sind in Geldnot

Veröffentlicht am 27.11.2009 in Wirtschaft

Die Geldnot des einst erfolgsverwöhnten Emirats Dubai hat die Finanzmärkte geschockt. Die Regierung hat die Gläubiger der Holding-Gesellschaft Dubai World und ihrer Tochterfirma Nakheel um Zahlungsaufschub gebeten. Insgesamt soll Dubai World Verpflichtungen in Höhe von rund 60 Milliarden Dollar angesammelt haben.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Wam will Dubai, dass die Gläubiger der Dubai-World-Gruppe mindestens bis zum 30. Mai 2010 auf alle fälligen Zahlungen verzichten. Gleichzeitig kündigte die Regierung einen Umbau der Unternehmen an, die sich unter anderem durch Großprojekte wie die künstlichen Palmeninseln vor der Küste von Dubai weltweit einen Namen gemacht hatten.

Um das Vertrauen der Geldgeber nicht noch mehr zu erschüttern, betonte die Regierung, eine kurz zuvor ausgegebene Staatsanleihe in Höhe von fünf Milliarden Dollar werde nicht für die Restrukturierung von Dubai World, sondern "für die allgemeinen Belange des Dubai Finanz-Unterstützungsfonds" (DFSF) verwendet.

Abu Dhabi springt in die Bresche
In einer Erklärung der Regierung von Dubai hieß es, die Schulden der Tochterfirma Dubai Ports World (DP World) würden bei der Restrukturierung von Dubai World nicht berücksichtigt. DP World ist einer der größten Hafenbetreiber weltweit.

Bei der neuen Fünf-Milliarden-Dollar-Staatsanleihe griff das Nachbaremirat Abu Dhabi zu. Die Nationalbank von Abu Dhabi und die Al-Hilal-Bank übernahmen jeweils einen Anteil von 2,5 Milliarden Dollar. Das Emirat Dubai, das Teil der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ist, hatte bereits im vergangenen Februar eine Staatsanleihe ausgegeben. Damals war ebenfalls das Emirat Abu Dhabi in die Bresche gesprungen, das deutlich höhere Einnahmen aus dem Öl-Geschäft hat als Dubai.

In Deutschland führten die Nachrichten aus Dubai dazu, dass Aktien von Banken und Baufirmen am Donnerstag einbrachen. "Dubai hat den Anlegern schlagartig bewusst gemacht, dass noch nicht alles vorbei ist", sagte Matthias Jasper, Chefhändler der WGZ-Bank.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor zeitweilig über zwei Prozent. Bankaktien brachen im Mittagshandel um mehr als drei Prozent ein, Deutsche-Bank-Titel zeitweise um mehr als vier

 

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