„Unsere Gemeinden dürfen nicht zu reinen Schlafstätten mit Schulbustourismus verkommen“ ging der SPD-Kreisvorstand Amberg hart mit der Schulpolitik der bayerischen Staatsregierung ins Gericht. Ein Schulverband von Auerbach bis Sulzbach-Rosenberg sei „der reine Irrsinn.“ Dabei geben es auch andere Möglichkeiten, wie das Gesamtschulmodell in Schleswig-Holstein zeige. Für SPD-Unterbezirksvorsitzenden Christian Beyer, auch dritter Bürgermeister in Neukirchen heißt dies klar: „auch mit einem Schulverbund zögern wir das Schulsterben für Neukirchen nur hinaus." Die beiden großen Standorte, so ist Beyer überzeugt, würden erhalten bleiben, die kleinen aber brächen weg. Die bayerische Staatsregierung, die beim dreigliedrigen Schulsystem beharre werde dann argumentieren: „Ihr habt euch für den Schulverbund entschieden, wir haben damit nichts zu tun.“
Eine andere Sicht zeigte Kümmersbrucks Bürgermeister Richard Gaßner auf, der den Schulverbund, die Mittelschule, als Übergangslösung zu einer „echten“ Mittelschule, „bei der Hauptschule und Realschule unter einem Dach am Standort der Hauptschule eingerichtet werden“ sieht. Er, so Gaßner, halte die neue Mittelschule zum jetzigen Zeitpunkt in unserer Region für kommunalpolitisch richtig, „auch wenn BLLV und SPD-Landtags-Fraktion eine andere Lösung anstreben die ich mir durchaus vorstellen kann, aber momentan als nicht relevant erachte.“
Die jetzigen M-Klassen an den Hauptschulen, führte Gaßner weiter aus, hätten unter anderem auch die Aufgabe gescheiterte Schüler aus Gymnasien und Realschule „aufzufangen, damit sie einen Grundstock für weitere Schullaufbahnen haben.“ Die mittlere Reife aus der Hauptschule ermögliche dies. Die laufenden Verhandlungen der Gemeinden Kümmersbruck und Ensdorf zu einem gemeinsamen Standort „Mittelschule unteres Vilstal“ entwickelten sich positiv, so Gaßner und betonte „wichtig ist, dass die vorhandenen Sprengel der M-Klassen beibehalten werden.“
Für eine Reduzierung der Kreisumlage um die Gemeinden zu entlasten, werde sich die SPD-Kreistagsfraktion stark machen, so Fraktionsvorsitzender Josef Flierl, „aber es wird keine leichte Diskussion werden.“ Er fordere „die Haushaltsreste, die seit Jahren herumvagabundieren,“ dem neuen Kreishaushalt zuzuführen.
Zwischen Gemeinden, Landkreisen und Bezirken werde es in Zukunft noch einen stärkeren Verteilungskampf geben, ist sich Bezirksrat Richard Gaßner sicher. Bereit im Vorjahr habe die SPD-Bezirkstagsfraktion gefordert die Bezirksumlage noch stärker zu senken. „Mit uns wird es keine Erhöhung der Bezirksumlage geben“ betonte er und verwies auf die Rücklagen des Bezirks in zweistelliger Millionenhöhe. Er erwarte aber auch von CSU-Oberbürgermeistern und –Landräten, „die vorab informiert werden …“ rechtzeitigen Protest und nicht Gejammere wenn es zu spät ist.