"Der Landkreis Amberg-Sulzbach könnte finanziell
wesentlich besser dastehen“, kritisierte MdL Reinhold Strobl bei einer
Sitzung des SPD-Kreisvorstandes in Auerbach, "wenn die Bayerische
Staatsregierung nicht mit sturem Blick auf einen Haushalt des Freistaats
ohne Neuverschuldung Kosten auf die Kommunen abwälzen würde“.
So seien in den letzten Jahren Zuschüsse wie bei der Schülerbeförderung oder im ÖPNV
stetig gekürzt worden. Bei den Kosten für die von der CSU durchgesetzte R 6
oder das G 8 würden die Landkreise ebenfalls im Regen stehen gelassen.
"Man kann die Kommunen auch kaputt sparen“
verwies er auf den inzwischen desolaten Zustand der Straße in den Städten und Gemeinden.
"Die wollen den Naturpark Hirschwald, sträuben sich jedoch gegen Landschaftsschutzgebiete“
kritisierte Bürgermeister und Bezirksrat Richard Gaßner das
Abstimmungsverhalten der CSU und Freien Wähler zur Neuordnung der
Landschaftsschutzgebiete bei der Kreistagssitzung vom 30. Januar. Auch die
Regierung der Oberpfalz habe bestätigt, fügte Kreistagsfraktionsvorsitzender
Günther Cermak an, "dass die auf Grundlage dieses Kreistagsbeschlusses erlassene Landschaftsschutzverordnung nichtig wäre“.
Eine von vornherein sinnentleerte Verordnung, so die Ansicht der Regierung der Oberpfalz, wäre nichtig, wenn Ausnahmen ein solches Gewicht annähmen, dass die
schützenswerte Eigenart der Landschaft preisgegeben, der gesetzlich
vorgeschriebene Regelungszweck deshalb verfehlt und somit der Normerlass
überflüssig würde. "Der Kreistag hat hierbei nicht fehlerhaft abgewogen“, so
heiße es in dem Schreiben, betonte Cermak, "sondern er hat von seinem
Normsetzungsermessen gleich keinen Gebrauch gemacht und dies ist nicht
zulässig“.
Insbesondere bei den zum Naturpark gehörenden Gemeinde seien
solche, die sich vehement gegen den Vorschlag der Verwaltung stemmten und
keine Landschaftsschutzgebiete ausweisen wollten, so Cermak zusammenfassend,
sie sollten laut Regierungsschreiben "ihre Haltung nochmals überdenken“.
Ohne die zwingende Voraussetzung 50 Prozent unter Landschaftsschutz
gestellte Gebietsflächen würde eine zwingene Voraussetzung für die
Anerkennung als Naturpark verfehlt.
MdL Strobl fügte dazu an "Kein Landwirt wird durch ein Landschaftsschutzgebiet in seiner Arbeit behindert“ und verwies auf den Erholungs- und Freizeitwert einer intakten Natur und Umwelt.
Aus dem Bezirkstag berichtete Richard Gaßner, dass eine von ihm als
Fraktionsvorsitzendem geforderte weitere Senkung der Bezirksumlage um ein
halbes Prozent an der Mehrheitsfraktion CSU gescheitert sei.
Auch CSU-Bezirksrätin Ingrid Kurz habe gegen den von ihm eingebrachten
Landkreisantrag das Bergbau- und Industriemuseum Theuern, "eine
überregionale Einrichtung ebenso wie das Museum Neusath/Perschen“ durch den
Bezirk zu übernehmen gestimmt, so dass dies Antrag mit 18 zu einer Stimme
abgelehnt worden sei.
Eingehend auf die Insolvenz des Ungarischen Gymnasium stellte MdL Strobl abschließend fest, dass Streitereien innerhalb der dortigen Schulleitung dem Ansehen der Schule geschadet und jetzt mit zu dieser bedauerlichen Situation geführt hätten.