"Die Stadt Amberg und der Landkreis Amberg-Sulzbach werden von der Metropolregion Nürnberg profitieren" gab sich Vorsitzender Uli Hübner bei einer Sitzung des SPD-Unterbezirksvorstands im Gasthaus "Forsthof" in Kastl überzeugt. In einem gemeinsamen Geflecht mit Nürnberg, anderen Städten und Landkreisen könne man mehr erreichen als alleine.
Wichtig dabei sei, "dass wir auf Augenhöhe agieren, jedes Mitglied hat eine Stimme, unabhängig von der Einwohnerzahl." Landkreise und kreisangehörige Gemeinden hätten zusammen sogar eine Stimmenmehrheit, betonte er.
Grundsätzlich sei die Metropolregion Nürnberg zu begrüßen, so die Neumarkter SPD-Kreisvorsitzende Carolin Braun, um die einseitige Struktur in Bayern mit München als einzigem Großzentrum auszugleichen. Sie sehe jedoch die Gefahr der Änderung aller bayerischen, deutschen und europäischen Förderrichtlinien hin zu einer alleinigen finanziellen Strukturförderung der Metropolregionen nach dem Motto "Wirtschaftsförderung in den Ballungszentren = Sozialhilfe für die ländlichen Räume".
Kleine Kommunen und Landkreise seien zuständig für Schulen, Krankenhäuser, Altenheime und Straßen sagte sie und befürchtet, "wenn die Fördermittel nur noch in wenigen Zentren ankommen, besteht die Gefahr dass die Standards auf dem Land nicht mehr gehalten
werden können".
Das Aussterben der ländlichen Regionen sehe er falsche Wahrnehmung der Realität, fügte stellvertretender UB-Vorsitzender Oliver Daller an. Die Entwicklung der vergangenen Jahre habe einen Einwohnerverlust der Mittelstädte und Zuwächse der Landkommunen gezeigt. Die Orientierung an der Metropole Nürnberg halte er aber für wichtig "weil es längst zur Lebensrealität der Amberger und Sulzbacher gehört, dass gerade die gut Qualifizierten ihren Arbeitsplatz im Großraum Nürnberg finden".
Harsche Kritik übte MdL Reinhold Strobl, Mitglied im Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags, an der Schulpolitik der Bayerischen Staatsregierung:
"Die Bayerische Staatsregierung macht den ländlichen Raum kaputt! Wir setzen
uns für eine Stärkung ein, durch die Schließung von Schulen jedoch wird er
geschwächt".
Dadurch nehme die Schülerbeförderung zu, die Zuschüsse dafür an die Kommunen würden jedoch stetig gekürzt. Bei den Kosten für die von der CSU durchgesetzte R 6 oder das G 8 würden die Landkreise und kreisfreien Städte ebenfalls im Regen stehen gelassen. Ministerpräsident Stoiber lobe vor Ort das finnische Schulsystem "bei uns aber verteufelt er es und ich dachte Reisen bildet".
Beim bayerischen Landkreistag habe Kultusminister Schneider sein pädagogisches Konzept vorgestellt, in dem die Schließung der Teilhauptschulen prognostiziert werde, fügte Carolin Braun an und bilanzierte abschließend
"das Bayerische Kultusministerium hat sich degradiert zu einem Amt für Einsparung von Lehrern und nicht zur Vermittlung von Bildung für unsere Kinder".