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SPD-Kreistagsfraktion: Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt, Steuerzahler- und Beitragszahler gewinnen

Veröffentlicht am 23.03.2016 in Kreistagsfraktion

„Der Arbeitskreis zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt am Landratsamt hat seine Aufgabe nicht erfüllt und kann bis zum heutigen Tag keine Ergebnisse vorweisen.“ So lautete die deutliche Kritik der  Kreisräte Stefan Großhauser und Josef Mayer bei der letzten Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion in Neumarkt. Auch  die dringend benötigten Deutschkurse gebe es kaum noch.

Im Herbst 2014 hatte die SPD-Fraktion einen  Antrag in den Kreistag eingebracht, wonach Asylbewerber und Flüchtlinge möglichst schnell in den lokalen Arbeitsmarkt gebracht werden sollen. In Neumarkt gebe es für ein solches Modellprojekt angesichts von faktischer Vollbeschäftigung und Fachkräfte- sowie Nachwuchsmangel  im Handwerk und in der Pflege beste Voraussetzungen hierfür. Aus Leistungsempfängern sollten Lohnempfänger, Steuer- und Beitragszahler in die Sozialversicherungen werden. In einem Arbeitskreis – so der damalige Beschluss im Kreistag – sollte die Zielsetzung vertieft und konkretisiert werden.

Bürgermeister Helmut Himmler wollte die Kritik seiner Kollegen nicht  teilen und bat um Verständnis für die inzwischen völlig veränderte Situation. Das Anliegen der SPD sei vor eineinhalb Jahren im Kreistag auf Zustimmung gestoßen, allerdings habe das Jahr 2015 mit dem nicht vorhersehbaren Zustrom an Asylbewerbern die Lage völlig verändert. Die in großer Anzahl gekommenen Menschen mussten erst einmal untergebracht werden und diese große Aufgabe sei in Neumarkt von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Landratsamt in den Gemeinden und vor allem auch durch das Engagement der zahlreichen Ehrenamtlichen insgesamt sehr gut bewältigt worden.

Die anstehende Aufgabe der Integration in den Arbeitsmarkt und somit in die Gesellschaft sei nunmehr eine gewaltige Herausforderung. Die Integration der Flüchtlinge müsse vom Stadium der unkoordinierten Hilfen in die institutionelle Bildungs- und Ausbildungsarbeit überführt werden. In den Kindergärten und Schulen laufe dieser Prozess bereits. Das werde viel Mühe, Rückschläge und sicher auch längerfristige Erfolge mit sich bringen, aber die Dimension der Herausforderung sollte man nicht unterschätzen.

Die Sozialdemokraten im Landkreis machen auf eine neue Chance aufmerksam, die man demnächst konsequent ergreifen sollte. Inzwischen sei bekannt, dass die meisten Asylbewerber nach Deutschland kommen, um möglichst  schnell einen Job zu finden. Allerdings sei weitgehend nicht bekannt, welche Qualifikationen der Arbeitsmarkt erfordert und wie lange eine qualifizierte Ausbildung dauert. Der deutsche Arbeitsmarkt braucht wegen der demografischen Entwicklung dringend Fachkräfte.

Die Bundesagentur für Arbeit will durch ein neues Fortbildungsangebot  verhindern, dass Flüchtlinge nur das Heer der Hilfskräfte verstärken. Das Zauberwort heißt „Kombikurs“.
Mit neuartigen Kombikursen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) künftig anerkannte Flüchtlinge für den deutschen Arbeitsmarkt fit machen. Dabei sollen reguläre Deutsch- und Integrationskurse anders als bisher mit einer gezielten beruflichen Förderung der Asylberechtigten verzahnt werden, kündigte die Agentur an.
Allein in diesem Jahr sollen nach derzeitiger Planung rund 150.000 Flüchtlinge die bis zu einem Jahr dauernden Kombikurse absolvieren. Das neue Kursangebot soll  voraussichtlich in diesem Sommer starten. Konkret sollen die Maßnahmen mit einem hohen Sprachkursanteil und ergänzenden beruflichen Elementen begonnen werden. Die beruflichen Anteile nehmen von Monat für Monat zu, während Sprachkursanteile nach und nach abnehmen.

Die SPD-Kreistagsfraktion will – so Fraktionsvorsitzender Dirk Lippmann -  im Interesse der regionalen Wirtschaft und auch der Flüchtlinge, dass sich Neumarkt zeitig positioniert, um an diesem Programm teilzunehmen. Es bleibe nämlich bei der wichtigen Zielsetzung, Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt und damit Steuer- sowie Beitragszahler für die Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zu gewinnen.

 

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