„Dass immer Menschen, auch immer mehr Kinder in Armut leben ist eine Schande für unser Land“ brachte es SPD-Stadtverbandsvorsitzender Roland Pirner auf den Punkt. Die Wirtschaft in Deutschland boome, Arbeitnehmer blieben jedoch außen vor. Der soziale Zusammenhalt sei in Gefahr „und die CSU trudelt seit der Ent-machtung Stoibers vor sich hin“.
Um die Weichen hin zu sozialer Ge-rechtigkeit zu stellen, schrieb er den Delegierten der Stadtverbandskonferenz ins Stammbuch, gebe des zur Sozialdemokratie keine Alternative. „Beckstein und Huber haben keine Visionen, sie bewegen nichts“ stieß MdL Reinhold Strobl ins gleiche Horn.
Finanzminister und CSU-Chef Erwin Huber hänge zudem die Landesbank am Bein, „denn entweder hat er das Parlament belogen oder er ist unfähig“. Eine Lanze brach auch Strobl „gegen eine auseinanderdriftende Gesellschaft“, sprach sich für den Mindestlohn aus, „von dem man leben können muss“. Seit den Land-tagswahlen 2004 sei in Bayern durch die CSU-Regierung rigoros in allen Bereichen der Rotstift angesetzt worden, kritisierte der Strobl. „Die Hauptschulen sterben, der Schülertourismus boomt, Bayerns Universitäten verrotten.
Wir brauchen jedoch qualifizierte, gut ausgebildete Menschen für unseren Wirtschaftsstandort“. Nun verspreche Finanzminister Huber finanzielle Wohltaten vor den Landtagswahlen, 300 Millionen Eu-ro für die Universitäten etwa „… und das zeigt den Stellenwert den die Bildung für die CSU in Bayern hat.
Alleine für die Uni Regensburg werden 380 Millionen benötigt um sie auf Vordermann zu bringen“. Mehrheiten jenseits der CSU zu finden sei notwendig. Huber opponiere gegen die Bundesregierung etwa bei der Steuerreform „wo die CSU jedoch selbst etwas machen könnte, Familienentlastung durch Übernahme der Kindergartengebühren oder Streichung der Studiengebühren, da läuft nichts“. Mängel in Bayerns Infrastruktur, ob im Staatsstraßenbau („für den Radwegebau neben Staats-straße wurden überhaupt keine Mit-tel eingestellt“) oder der Versorgung mit DSL-Anschlüssen („nur 19 Mil-lionen Euro einschließlich der Bun-desmittel“) kritisierte Strobl.
„Aber bei der Eröffnung der A6, deren Fertigstellung MdB Ludwig Stiegler – nachdem unter Kohl über Jahre nichts passierte – durchgesetzt hat, werden Frau Merkel und Günther Beckstein ganz vorne stehen“. Die interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Amberg, so Kümmersbrucks Bürgermeister und Bezirksrat Richard Gaßner, sei auf einem guten Weg, auch wenn eine bessere Linienführung für die West-umfahrung mit weniger Landverbrauch am „Njet“ des Amberger Oberbürgermeisters gescheitert sei.
Die Sprengelneueinteilung in Am-berg mit Zuteilung von Amberger Schülern zum MZ-Zug in Kümmersbruck, um dort die Klassenstärke zu gewährleisten, „das ist Zusammenarbeit, wie ich es mir wünsche“. Zwischen Stadt und Landkreis, betonte Gaßner, sei unter Landrat Armin Nentwig etwa im Bereich Touristik oder beim Berufschulzweckverband einiges erreicht worden, „was vorher nicht vorstell
bar gewesen wäre“.

zum Bild: „Wir müssen Geld für unsere Familien und Kinder in die Hand nehmen, bevor wir später das Mehrfache in der Jugendhilfe für Reparaturarbeiten ausgeben müssen“ mahnte Bezirksrat Richard Gaßner (Mitte) bei den Delegierten der SPD-Stadtverbandskonferenz an.
zum Bild: Mit Im Bild MdL Reinhold Strobl und Stadtverbandsvorsitzender Roland Pirner (von links).
Stadtverbandskonferenz: „Wollen wir ein Auseinanderdriften der Gesellschaft? Wer voll arbeitetet muss von seinem Lohn auch leben können“ machte sich MdL Reinhold Strobl für einen Mindestlohn stark.