Im Februar reichte Herbert Zapf seinen Bauantrag bei der Gemeindeverwaltung ein, der Gemeinderat befürwortete in der Sitzung vom 25. Februar einstimmig das Bauvorhaben. Im März wollte er mit dem Bau beginnen, im Herbst sollte das neue Haus bezogen werden. Herbert Zapf, der auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände einen Baggerbetrieb betreibt, ist verärgert. Den Baugrund, ebenfalls ehemaliges Bahngelände der an sein Grundstück anschließe, könne er erwerben. Wasser-, Kanal- und Stromanschlüsse seien für das geplante Einfamilienwohnhaus mit Doppelgarage vorhanden. „Ich werde hingehalten. Aber ich brauche klare Vorgaben, darf ich bauen oder darf ich nicht“ betonte er gegenüber MdL Reinhold Strobl, der mit SPD-Gemeinderäten und -vorstandsmitgliedern vor Ort war. Mit Datum vom 3. Mai jedoch habe er ablehnenden Bescheid von Landratsamt erhalten.
Nach diesem beeinträchtige der Wohnneuhausbau das Landschaftsbild, zudem stünden auch die Festsetzungen des Flächennutzungsplanes als öffentlicher Belang dem Vorhaben entgegen.
Hier hakte Gemeinderat August Berschneider ein und betonte „Seit den sechziger Jahren weist der gültige Flächennutzungsplan das Gelände oberhalb des Radwegs und der Hecken als Gewerbegebiet aus.“ Von Bürgermeister Markus Dollacker jedenfalls habe er zu hören bekommen, so Zapf, dass ab der rückwärtigen Giebelfront seiner Halle „das Landschaftsschutz beginnt.“
Er habe bei der CSU-Jahreshauptversammlung im Frühjahr Bürgermeister Dollacker und Landrat Richard Reisinger das Schreiben des Landratsamts vorgelegt. „Beide versprachen sich dar-um zu bemühen. Die im Schreiben genannte Drei-Wochen-Frist sei damit erledigt – aber ich habe bis heute nichts mehr gehört.“ Planungshoheit habe die Gemeinde, der Gemeinderat den Bauantrag befürwortet, so MdL Reinhold Strobl, „warum also soll der Bau verhindert werden, es gilt nur den Gemeindratsbeschluss umzusetzen.“
Eventuell müssten Ausgleichsflächen zur Verfügung gestellt werden. Für Gemeinderat Werner Scharl wäre es auch unverständlich, das Wohnhaus wie vom Bürgermeister angeregt, vor der Halle zu bauen. „Herbert Zapf braucht ebenso wie hinter der Halle Zufahrten für Bagger und Tieflader. Er hat die ehemalige Baywa-Halle 2006 wie sie steht gekauft, beschäftigt inzwischen drei Arbeitskräfte.“
Ein an sein Gelände anschließendes 15 Meter tiefes Grundstück würde er für den Wohnhausneubau erwerben, so Zapf. Auch die bestehende Scheune – natürlich auf seine Kosten – an anderer Stelle wieder errichten. Wenn er aber das Haus, in dem auch das Betriebsbüro Platz integriert würde, nicht bauen könn-te, „werde ich an eine örtliche Veränderung denken müssen – schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen.“
Bild: Planungshoheit habe die Gemeinde, der Gemeinderat den Bauantrag befürwortet, so vor Ort MdL Reinhold gegenüber Herbert Zapf (von rechts). „Warum also soll der Bau verhindert werden“ frage er sich wir die anwesenden SPD-Gemeinderäte und -vorstandsmitglieder.