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AUERBACH - Nach der CSU hat nun auch die SPD ihren Hut in den Ring für den Bürgermeisterwahlkampf geworfen. Günther Cermak heißt der Spitzenkandidat für den März 2008, der den Bürgermeistersessel für die «Roten» verteidigen soll.
Aus der Stichwahl ging Cermak mit 53 zu 34 Stimmen klar als Sieger über Ortsvorsitzenden Norbert Gradl hervor. 89 Stimmberechtigte waren zur Urne gegangen, es gab zwei Enthaltungen. «Ich danke Euch für Euer Vertrauen und gehe mit Genugtuung und Zuversicht in den Wahlkampf. Ich bin sicher, gemeinsam werden wir es schaffen,» sagte ein sichtlich bewegter Günther Cermak nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses.
Überwältigt zeigte er sich auch von der Teilnahme der zahlreichen Mitglieder an der Nominierungsversammlung im überfüllten ASV-Sportheim. 89 SPD-Mitglieder aus den Ortsvereinen Auerbach und Michelfeld waren gekommen um über die Kandidaten-Frage zu entscheiden. Spannung lag in der Luft, als die stellvertretende Vorsitzende der SPD Auerbach, Anke Griesbeck, die Versammlung eröffnete. «Das wird heute keine leichte Wahl, denn wir haben zwei überaus kompetente mögliche Nachfolger von Helmut Ott, die sich zur Wahl stellen.»
Das Motto «Einigkeit macht stark» gelte vor allem auch für die Auerbacher SPD und in diesem Sinne bat Griesbeck um Fairness bei den Kandidaten und der Versammlung. «Es kann nur einen geben und egal für wen die Entscheidung fällt, wir werden jeden unterstützen und haben nur das Ziel, ihm zum Sieg zu verhelfen.
Von einem historischen Abend sprach auch Bürgermeister Helmut Ott, der nach zwölf Jahren im Amt nicht mehr antritt. «Es ist ein Fulltime-Job, der an die Substanz geht. Ohne volle Leistung kann man diesen Job nicht mehr erfüllen. Ich habe Stürme erlebt, deren Erfahrung ich nicht missen möchte, die ich aber nicht mehr erleben will. Es ist Zeit, dass am 1. Mai 2008 ein neuer Kommandant das Auerbacher Schiff übernimmt», sagte Ott.
Mit Sachverstand Kurs halten
«Mit Sachverstand und einer starken Hand muss er Kurs halten um das bisher Erreichte fortzuführen.» Ott erinnerte an die zahlreichen Investitionen, die unter seiner Amtszeit getätigt worden waren, insgesamt mehr als 50 Millionen Euro. Herzstück sei der Place de Laneuveville und die Dreifachturnhalle. «Mit Norbert Gradl oder Günther Cermak treten zwei fähige Männer mit langer Erfahrung in der Kommunalpolitik an, die beide das Zeug haben, die Geschicke der Stadt zu lenken.»
Ott hat Auerbach zu etwas Besonderem gemacht,» sagte Landrat Armin Nentwig zur Versammlung. Diese Äußerung wurde mit spontanem Beifall quittiert. «Aber ihr wählt heute einen Nachfolger und das soll ein Bürgermeister für alle sein.» Nentwig versprach jeden zu unterstützen.
«Wir sind nicht gespalten, sondern es ist ein Akt der Demokratie, dass wir heute hier stehen und zwischen zwei Kandidaten entscheiden,» betonte Cermak in seiner Vorstellungsrede. «Und es wird für jeden schwierig, dem Arbeitseifer Otts nachzukommen.» Dennoch denke er, dass er der richtige sei. Aufgrund seiner Erfahrung als Stadtrat und Kreisrat habe er viele Entscheidungen mitgetragen und wisse um was es gehe. «Als selbständiger Unternehmer weiß ich, wie ich einen erfolgreichen Betrieb führen kann. Wir brauchen in Auerbach auch weiterhin den Fortschritt.» Ziel sei es, die angefangenen Konzepte weiterzuführen, Innenstadtsanierung, Wohnwertsteigerung für Familien und die Erhaltung des Schulstandortes Auerbach seien mit der Vermarktung der Gewerbegebiete die Hauptaufgaben. «Ich fühle mich geeignet, da ich als selbständiger Unternehmer Entscheidungen fällen und Investitionen planen muss. Auch aus der politischen Arbeit bringe ich genug Erfahrung mit.» Und bei den Wahlen 1996 habe er das
drittbeste Ergebnis als Stadtrat und 2002 das zweitbeste erreicht. «Ich hatte drei Mal soviel Stimmen wie der Gegenkandidat der CSU, Herbert Appl.» «Ich bin kompromissbereit und habe eine Verpflichtung gegenüber den Wählern und Bürgern.»
Schulen im Blickfeld
«Seit 23 Jahren bin ich im Stadtrat, seit 17 Jahren habe ich den SPD-Vorsitz und ich will ein guter Bürgermeister mit Ecken und Kanten sein,» so lautete das Plädoyer, das Norbert Gradl für seine Person hielt. Trotz seines Handicaps, den schlechten Augen, sehe er es als seine Ziele an, Auerbach weiter voran zu bringen. «Der Erhalt des Krankenhauses, der Realschule sowie Haupt- und Grundschule sind vorrangige Ziele. Auch die Sanierung des Hallenbades ist wichtig,» so Gradl weiter. Er versprach den Erhalt des 25-Meter Beckens. «Ich fürchte mich nicht, auch wenn wir jeden Gegner ernst nehmen müssen. Und wir haben es nicht nötig, ein Jahr vor der Wahl in jedem Verein Mitglied werden zu müssen.»
Bevor die Versammlung zur Wahl schreiten konnte, hatte Alfred Melchner noch eine Frage an den Kandidaten Gradl: «Gibst Du Deinen Ortsvorsitz ab, wenn Du nicht gewählt wirst?» Gradl dazu: «Unabhängig davon ist es Zeit für jemanden Neuen, ich habe das aber bereits im Januar gesagt. Auch ohne den Posten des Vorsitzenden bleibe ich der Kommunalpolitik treu und werden den Wahlkampf mit aller Kraft unterstützen.»
Ob ihm diese Diskussion nun Stimmen gekostet hat, bleibt unklar. Gradl zeigte trotz seiner Niederlage, dass er ein fairer Verlierer ist, war er doch unter den ersten, die Günther Cermak gratulierten. Sabine Wiesent Nordbayerische Nachrichten
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