Bereits im Juli hatte die Neumarkter SPD-Kreisvorsitzende Carolin Braun mehr Verantwortungsbewusstsein auf Konzernebene bei Pfleiderer für die Arbeitnehmer eingefordert. Vor allem angesichts immenser Gewinne seien auch Arbeitgeber in der Pflicht. „Man muss sich nicht mehr über Zuwächse bei rechtsradikalen Parteien wundern, wenn wir auch hier vor Ort solche Entwicklungen verzeichnen müssen!“
Jetzt könne doch niemand mehr ernsthaft überrascht sein, von der derzeitigen Entwicklung und dem drohenden Verlust über 800 Arbeitsplätzen bei Pfleiderer.
Pfleiderer sei damit in einer Reihe zu suchen mit Ben-Q, AEG, Grundig oder der Deutschen Bank. Gezielt werden die Ängste der Arbeitnehmer benutzt, um immer höhere Gewinne zu fahren.
Ackermann & Konsorten und Großaktionäre streichen Rekordgewinne zu Lasten der Arbeitnehmer ein. Gerade hier vor Ort sind die zuverlässigen Arbeitnehmer, die sich bis jetzt mit ihrer Firma identifiziert hatten einer der großen Pluspunkte und Standortvorteil. „Schließlich haben die Arbeitnehmer letzten Endes den Betrieb hochgebracht,“ erklärte Helmut Gatzhammer aus Lupburg.
Nun werde klar, dass solche Eigenschaften für die Konzerne nichts mehr zählen und keinen Wert besitzen. Gerd Lindl, Dietfurt, sprach es deutlich aus: „Wir fragen uns, welche Werte für die Overdiecks , Pfleiderers und Ackermänner noch zählen?“
Die Gewerkschafter innerhalb der SPD zeigten sich sehr besorgt. Wieder einmal würden in Deutschland Arbeitsplätze abgebaut, um im Osten scheinbar billiger produzieren zu können. Michael Meyer, DGB Kreisvorsitzender:“ Die Arbeitnehmer und die Gewerkschaften müssen ihre Rechte solidarisch wahrnehmen. Notfalls auch auf der Straße!“
Allgemein verurteilt wurde auch die mangelnde Informationspolitik gegenüber den Arbeitnehmern. „Das ist ja fürchterlich, so was aus der Zeitung zu erfahren!“ Auch darin zeige sich, dass die Arbeitnehmer keinen „Wert“ besäßen für den Konzern.
Auch der Versuch, jetzt „zurück zu rudern“ bringe dem Betroffenen nichts mehr.
Im Gegenteil: Die Verunsicherung der Arbeiter bei Pfleiderer sei womöglich bewusst in Kauf genommen und Ziel solcher Aktionen. „Unsäglich“, nannte dies Gaby Feierler-Egner, Deining.
Auch MdL Reinhold Strobl forderte mehr Ehrlichkeit gegenüber den Beschäftigten. Er forderte die Konzernleitung auf, ihre Verantwortung gegenüber den Arbeitnehmern wahrzunehmen.
Das Schreckgespenst „Globalisierung“ werde nun auch hier als Totschlagargument benutzt, um Gewinne bei Pfleiderer Aktionären noch weiter zu steigern,“ sagte Carolin Braun. Es sei bedenklich, dass nun nach Delphi auch bei einer zweiten Firma in Neumarkt diese Tendenzen Arbeitsplätze kosten. Es sei zu befürchten, dass Pfleiderer hier „Schule“ macht - und noch weitere Einschnitte bei Arbeitnehmern in Neumarkt auf dem Spiel stehen.