Zur Pressekonferenz von Kultusminister Siegfried Schneider stellt der oberpfälzer Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl (SPD) fest, dass das Ministerium nun endlich eingestehe, dass besonders die Hauptschule das Stiefkind bayerischer Bildungspolitik war und ist.
„Die Hauptschule stärker zu einer berufsvorbereitenden Schule zu machen ist mehr als überfällig. Das Problem dabei aber ist, dass die Staatsregierung in der Vergangenheit bayernweit mehr als 500 Hauptschulen und Teilhauptschulen geschlossen hat und im kommenden Jahr zweihundert weitere schließen müssen. Dieser gnadenlose Kahlschlag aus haushaltstechnischen Gründen muss gestoppt werden, denn durch den Wegfall der wohnortnahen Schule entfallen auch die gewachsenen Beziehungen zwischen Eltern, Lehrern, Schülern und Betrieben vor Ort, die für die Qualifikation, das Sozialverhalten und die Ausbildungssituation von entscheidender Wichtigkeit sind“, so Strobl.
„Dass die ganztägige Betreuung der Schüler ein Eckpfeiler für eine solide Schulbildung ist, haben wir wieder und wieder eingefordert“, so Strobl weiter. „Bisher wurden dafür aber nie die entsprechenden Mittel von der Staatsregierung freigegeben. Selbst die von der Bundesregierung vorgesehenen Mittel im Rahmen der IZBB-Förderung reichten nicht aus, gerade an den oberpfälzer Schulen (z.B. in den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Cham, Regensburg und Neumarkt) die geplanten Ganztagesangebote zu realisieren. Hier kann man die Finanzierung nicht auf die Kommunen oder den Bund abwälzen, sondern muss endlich in die eigene Tasche greifen. Wir werden sehen, ob den schönen Worten da auch Taten folgen werden.“
Das Eingeständnis des Ministers, dass gerade in den Fächern Deutsch und Englisch ein erheblicher Aufholbedarf herrscht, ginge in die richtige Richtung und der Modellversuch mit Schulungsmodulen für die individuelle Förderung in den allgemein bildenden Fächern sei wünschenswert, betont Strobl. „Es bleibt jedoch offen, wie dies bayernweit gestaltet werden kann, wenn gleichzeitig Lehrerstellen gestrichen werden, anstatt sie zu erhöhen.“
Eine weitere Forderung der SPD-Landtagsfraktion in diesem Zusammenhang sei, dass das Ministerium in Zusammenarbeit mit den Kommunen neue Bildungsmodelle, wie die Regionalschulen überhaupt in Erwägung zieht und entsprechende Modellversuche vor Ort genehmigt. Strobl: „Die Aufwertung der Hauptschule muss gezielt im Zusammenspiel mit allen Beteiligten erfolgen und auch finanziell vom Freistaat unterstützt werden, damit der Hauptschulabschluss wieder den Stellenwert bekommt, den er verdient hat.“
Reinhold Strobl, MdL