Sie haben in mir einen Mitstreiter für den arbeitsfreien Sonn- und Feiertag“ betonte MdL Reinhold Strobl (Mitte) , als ihm Pfarrer Dr. Johannes Blohm (rechts) und ver.di-Ortsvorsitzende Hannelore Zapf-Wolf insgesamt 180 Unterschriften auf den Karten der „Allianz für den freien Sonntag“ zur Weiterleitung übergaben.Pfarrer Dr. Johannes Blohm: "Von Gott gesetzten Wechsel von Arbeit und Nichtarbeit bewahren"
Eine klare Meinung haben die Gemeindeglieder der Amberger Erlöserkirche zum Sonn- und Feiertagsgesetz: keine weiteren Änderungen. Mit 100 Unterschriften auf den Karten der „Allianz für den freien Sonntag“ hätten sie ein klares Signal gegeben wo es lang gehen soll, „… sie fordern den Schutz der Sonn- und Feiertage als Grundlage für eine humane Gesellschaft“ betonte Pfarrer Dr. Johannes Blohm gegenüber MdL Reinhold Strobl (SPD).
Auch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wehre sich dagegen „alle Dimensionen menschlichen und gesellschaftlichen Lebens wirtschaftlichen Interessen unterzuordnen, den Sonn- und Feiertagsschutz weiter auszuhöhlen“. Am Infostand am vergangenen Samstag bekam sie 80 zustimmende Unterschriften, so ver.di-Ortsvorsitzende Hannelore Zapf-Wolf.
Er werde gerne die Karten an das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, an die Staatsministerin Christa Stevens weiterleiten, sagte Strobl. „Sie haben in mir einen Mitstreiter für den arbeitsfreien Sonn- und Feiertag, plädiere auch für einen gesetzlichen Mindestlohn“ betonte er.
Die beiden großen Kirchen, ihre Arbeitnehmerverbände und Gewerkschaften verträten eine klare Position, so Pfarrer Blohm: keine Ausweitung der bestehenden Regelungen in Bayern. Sie fordern die Bayerische Staatsregierung auf, die in anderen Bundesländern bereits beschlossenen Änderungen nicht zu übernehmen.
Familienunfreundliche Schichten, Samstags- und Sonntagsarbeit, führte er weiter aus, führten zu Überbelastungen in der Familie, bei den Kindern und in den Partnerschaften. Eindeutig sei, dass die Ökonomisierung zu Lasten der Familien gehe, sie habe Auswirkungen auf das ehrenamtliche Engagement. „Es geht uns als Kirchen nicht allein darum, den Kirchenbesuch abzusichern, sondern den von Gott gesetzten Wechsel von Arbeit und Nichtarbeit zu bewahren“ führte er weiter aus.
Es gehe sowohl gesellschaftlich als auch familiär um gemeinsame freie Zeit an einem Stück. „Wir sind inzwischen an einem Punkt, an dem alle gesellschaftlichen Kräfte gegen die Aushöhlung des Sonn- und Feiertagsschutzes gebündelt werden müssen“ gabe sich ver.di-Ortsvorsitzende Hannelore Zapf-Wolf kämpferisch. Das verfassungsrechtlich gewährleiste Regel-Ausnahme-Verhältnis von Ruhe und Arbeit werde zu Lasten der Angestellten immer mehr zur Disposition gestellt.
Mit der Liberalisierung des Ladenschlussgesetzes, kritisierte sie, hätten beim Handel die verkaufsoffenen Sonntage in den letzten Jahren inflationsartig zugenommen. Seinen Einsatz versprach MdL Reinhold Strobl, verwies auf den DGB-Slogan der 50er Jahre „Samstag gehört Papi mir!“ und betonte, wenn man in Familien fördern wolle, sei „Am Sonntag gehört Mama uns!“ nicht Schlagwort sondern müsse Selbstverständlichkeit sein.