Bereits seit über 9 Jahren steht die Klosterburg Kastl inzwischen leer. In dieser Zeit, von 2007 bis 2015 wurden insgesamt rd. 1 Mio € für Bauunterhalt und Bewirtschaftungskosten ausgegeben. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage von MdL Reinhold Strobl (SPD) hervor.
Innerhalb des Bauunterhalts seien Instandsetzungs- und Sicherungsmaßnahmen an den Fassaden, an den Burgmauern sowie an den Dächern (zum Teil durch Sturmschäden bedingt) durchgeführt worden. Weiterhin seien Instandsetzungsarbeiten an der Heizungsanlage und im sog. Ehemaligen „Mädcheninternat“ (wegen Wassereintritt) Instandsetzungsarbeiten durchgeführt worden. Die laufenden Unterhaltskosten würden insbesondere die unumgänglichen Betriebskosten (Strom, Heizung, Wasser, Wartung, Winterdienst etc.) umfassen.
Die für eine etwaige Nutzung notwendigen Ertüchtigungskosten müßten in Abhängigkeit eines Nutzungskonzeptes ermittelt werden. Über den Bauunterhalt zur Sicherung und zum Werterhalt der Liegenschaft hinaus könnten Investitionsmaßnahmen durch den Freistaat nur übernommen werden, soweit diese aufgrund staatlichen Bedarfs notwendig oder aus wirtschaftlichen Gründen zweckmäßig seien. Das sieht auch Strobl, Mitglied im Haushaltsausschuss des Bayer. Landtages, so. Die Klosterburg werde, so das Ministerium, entsprechend der geltenden haushaltsrechtlichen Vorgaben in etwaige Bedarfsprüfungen mit einbezogen und sei zudem Gegenstand fortlaufender Verwertungsbemühungen. Das bezweifelt der Abgeordnete auch nicht, wünscht sich aber mehr Nachdruck bei der Verwertung dieser Immobilie.
Strobl: „Es kann und darf nicht sein, dass diese Immobilie nochmals Jahre lang leer steht.“ Er könnte sich eine europäische Bildungseinrichtung in diesem geschichtsträchtigen Haus, Außenstellen von Behörden, Museen oder auch die Nutzung durch kleinere Initiativen wie Tanzschulen, Musikschulen, Kunst- und Kulturvereine u.v.m. vorstellen. So sei er selbst z.B. mit Herrn Joachim Roller in Kontakt. Dieser sei Regionalkoordinator von Crescendo international, einer Organisation christlicher Berufsmusiker mit Sitz in Basel. Gerade kleinere Initiativen würden sich oft zu interessanten Projekten entwickeln. Die Burg könnte seiner Meinung nach auch nicht nur an einen Interessenten, sondern an mehrere vermietet werden. Hauptsache sei, dass Leben auf die Burg komme.
Die bisherigen Verhandlungen sowie die auch von dritter Seite bemühten Initiativen seien bedauerlicherweise ergebnislos verlaufen. Detailinformationen zu Interessenten könnten mit Rücksicht auf den Datenschutz und das berechtigte Interesse der Interessenten auf Vertraulichkeit nicht genannt werden. Derzeit würden keine Verhandlungen laufen. Die Liegenschaft werde seit Mitte 2013 auf der Internetseite der Immobilien Freistaat Bayern sowie auch anderweitig regelmäßig öffentlich angeboten. Eine Interessensbekundung seitens des Bundes sei nicht erfolgt. Trotz intensivster Bemühungen sämtlicher Beteiligter sei es bedauerlicherweise bislang nicht gelungen, für das Objekt eine adäquate Nutzung zu finden. Die Hintergründe hierfür würden sich komplex gestalten, hätten ihre Hauptursache allerdings in der Größe und Struktur des Objekts.
Gerade deswegen, so Strobl, könne er nicht nachvollziehen, warum es nicht möglich sein sollte, eben auch mal kleine Initiativen in die Klosterburg zu lassen. Strobl hofft, dass durch die vielfältige Berichterstattung doch einmal ein Interessent auf die Klosterburg aufmerksam wird. Bei einer Kontaktaufnahme sei auch sein Bürgerbüro gerne bereit, Hilfestellung zu geben.
Presseerklärung
Reinhold Strobl, SPD
Bürgerbüro
Birkenweg 33
92253 Schnaittenbach
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